Kunst

Expressiv in Form und Farben

Antje Felscher mit einem ihrer Lieblingsbilder.

Foto: arfi

Antje Felscher mit einem ihrer Lieblingsbilder.

Rheinberg.   Die 61-jährige Antje Felscher aus Düsseldorf zeigt ihre farbengfrohen Bilder zur Zeit im Schwarzen Adler. Zur Malerei kam sie „über Nacht“.

Die 61-jährige gebürtige Huckingerin hat vor gut 20 Jahren „über Nacht“ in einer persönlichen Krise mit dem Malen angefangen, um ihre Gefühlswelt zum Ausdruck zu bringen. „Ich hatte dafür ja nichts, hab’ spontan mit Lidschatten, Lippenstift und Kajal angefangen“, sagt Antje Felscher. Eine Freundin, „Art Directorin“ bei der Düsseldorfer Werbefirma Grey, sah dann „zwei, drei Bildchen in meiner Schublade“, befand die Bilder für „gar nicht so schlecht“ und schenkte ihr zum Geburtstag den ersten Block und diverse Farben.

Damit begann Felschers „Karriere“ als Malerin. Sie besuchte Workshops, malte Acrylbilder, ging zur Akademie, um sich Input zu holen. „Ich hab damals viel über van Gogh und die Großen gelesen, da gab’s keinen, der keinen Lehrmeister hatte.“ 2005 hatte sie dann ihre erste Ausstellung in Duisburg, zeigte ihre Arbeit seitdem immer mal wieder in der Öffentlichkeit, zuletzt vor zwei Jahren in Düsseldorf in einem leeren Swimming-Pool, bis sie im „Schwarzen Adler“ im September bei der Ausstellungseröffnung eines Kollegen war, der den Draht zu Ernst Barten herstelle.

Malen als Ausgleich

Zuvor hat die studierte Publizistin, Germanistin und Philosophin jahrelang als Zeitungsredakteurin gearbeitet, bis es ihr da „zu eng“ wurde und sie beschloss, als Ghostwriterin für diverse Firmen und Unternehmen zu arbeiten. „Das ist ein Selbstläufer. Da bekommst du Geld für Text und Loyalität.“ Entsprechend schlagen zwei Seelen in ihrer Brust, bekennt die in Düsseldorf lebende Künstlerin. „Das Malen ist ein Pendant zu meinem anderen Job. Beides ergänzt sich. Ich bin sehr strukturiert als Ghostwriterin. Und die Kunst gibt mir die Möglichkeit zu spielen.“

Ihre abstrakten Bilder sind immer noch Ausdruck der Gefühle – gepaart mit viel Improvisation. „Allen gemeinsam ist eine große Farbfreudigkeit. Ich gehe gerne mit Farben um und probiere aus.“ Dabei kombiniere sie erlernte Techniken „mal spachteln, mal hab’ ich Sand drauf geschmissen, mal glasiert, sie draußen stehen lassen und bin vier Wochen später mit Tusche oder Benzin drangegangen.“ Oder wie es ihre langjährige Freundin Jutta Stolle bei Eröffnung der Ausstellung sagte: „Du wolltest das Malen erforschen. Und du hast deine Leidenschaft beim Malen mit dem Wissen um die Materie ergänzt.“

Felschers Arbeiten haben etwas positiv Bewegtes. Zu den zwölf Bildern gesellen sich sechs Fotografien. „Detailaufnahmen, die in ihrer Form einen neuen Sinn ergeben“ – wie eine Schraubenkiste und Dachpappe auf Baustellen oder eine verrostete Porsche-Motorhaube, auf die ein Blatt fällt. Adler-Chef Ernst Barten findet’s gut, „wie sie mit Farben auf Flächen umgeht – expressiv in Farbe und Form“.

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