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Fahrverbote? Am Niederrhein läuft ohne den Diesel nichts

Sie alle fahren mit Dieselmotoren.

Foto: DENISE OHMS

Sie alle fahren mit Dieselmotoren. Foto: DENISE OHMS

Rheinberg/Am Niederrhein.   Eine Milliarde Euro soll für den Mobilitätsfonds aufgebracht werden. Städte am Niederrhein bekämen wohl nichts ab. Ein Fahrverbot träfe sie hart.

In elf Tagen gilt es, einen neuen Bundestag zu wählen. Klar, dass nach dem Dieselskandal das Thema Umwelt eine herausragende Rolle spielt. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge hängen wie Damoklesschwerter nicht nur über den privaten Autofahrern, sondern auch über den Städten und Gemeinden. Denn welche Behörde ist nicht mit Dieselautos unterwegs?

Eine eher rhetorische Frage. Die Kreispolizeibehörde hat über 130 Autos mit Dieselmotoren im Einsatz. Eine Nachfrage bei der Feuerwehr Moers ergab, dass 64 Fahrzeuge im Fuhrpark stehen. Und der Dieselanteil? „100 Prozent“, lautet die kurze Antwort. Dazu gehören übrigens auch die Rettungswagen.

Feuerwehr und Polizei genießen zwar Sonderrechte, die es ihnen gestatten, auch bei einem Dieselfahrverbot einsatzfähig zu blieben, aber wie sähe es mit dem öffentlichen Nahverkehr am Niederrhein aus? Denn Straßenbahnen gibt’s nicht, und bei der Niag gilt für die Linienbusflotte sowie den gesamten restlichen Fuhrpark: „Alle Dienstfahrzeuge laufen auf Diesel.“

Ein Drittel sind Dieselfahrzeuge

Das dürfte auch für die Taxis und die Firmenfahrzeuge der Handwerksbetriebe gelten, die am Niederrhein unterwegs sind. Privatpersonen allerdings – und somit auch die Pendler – sind nicht ganz so schlimm dran. Von den rund 360 000 Autos, die im Kreis Wesel zugelassen sind, sind nach Auskunft von Guido Bleckmann, Leiter des Dienstleistungszenrums des Kreises Wesel in Moers, rund ein Drittel Dieselfahrzeuge. Bei Neuzulassungen beträgt der Dieselanteil auch rund ein Drittel.

Bei den Städten dürfte ein Dieselfahrverbot für arges Kopfzerbrechen sorgen. In Neukirchen-Vluyn sind beispielsweise von den 27 Dienstfahrzeugen 25 mit Dieselmotoren ausgestattet. Je eines läuft mit Benzin und Gas. Jedoch verweist Stadtsprecher Frank Grusen auf die vier Dienstfahrräder – null Emission, und so beliebt, dass er meist keines abkriegt, wenn er zu einem Termin will.

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