Soziales

Flüchtlingszahlen gehen zurück in Rheinberg und Umgebung

Auch in Rheinberg lernten die Flüchtlinge beim Deutschunterricht die Sprache.

Auch in Rheinberg lernten die Flüchtlinge beim Deutschunterricht die Sprache.

Foto: Mareike Kluck

Rheinberg/Alpen/Xanten/Sonsbeck.   Die Zahl der Flüchtlinge in Rheinberg, Alpen, Xanten und Sonsbeck nimmt deutlich ab. Passenden Wohnraum für Bleibenden zu finden, ist schwierig.

Die Zeiten, in denen fast täglich neue Flüchtlinge kommen, scheinen vorbei zu sein: Das belegen auch die aktuellen Flüchtlingszahlen für die hiesigen vier Kommunen, die im Vergleich zum Jahresanfang 2017 leicht rückläufig sind.

In Rheinberg leben derzeit 171 Personen, die bereits geduldet sind oder deren Verfahren noch läuft. Hinzu kommen 179 Flüchtlinge mit Wohnauflage, die schon anerkannt sind oder der Stadt noch zugewiesen wurden. „Auf die Gesamtzahl kommen noch die Menschen, die im Rahmen des Familiennachzuges nach Rheinberg gekommen sind. Diese sind nicht bei uns erfasst“, erklärt die Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach. Die Flüchtlingsunterkunft am Melkweg ist immer noch bewohnt. Für knapp 100 Menschen, so Kaltenbach, sei diese noch die derzeitige Bleibe. „Auch anerkannte Flüchtlinge leben zum Teil noch in den Gemeinschaftsunterkünften, weil sie auf dem Wohnungsmarkt nichts finden.“ In der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Orsoy, die vom Land betrieben wird, leben derzeit 295 Menschen.

Vor allem Familien habe man schnell in richtige Wohnungen unterbringen wollen. Zwar leben jetzt weniger Flüchtlinge in Rheinberg als zu den Spitzenzeiten im Dezember 2015 (rund 450 Flüchtlinge im Verfahren), doch einfacher sei die Situation nicht. „Der Schwerpunkt liegt jetzt nicht mehr bei der Erstversorgung, sondern bei der Integration“, so Kaltenbach. „Die Menschen werden bleiben – deshalb müssen wir uns bemühen, ihnen hier ein Zuhause zu geben und sie gut zu integrieren.“

Auch in Xanten sind die Flüchtlingszahlen weiter rückläufig. So lebten am 1. Januar 2017 337 Flüchtlinge in der Domstadt. „115 davon waren so genannte Fehlbeleger, also anerkannte Flüchtlinge, die Arbeitslosengeld bekommen, aber noch keine Wohnung gefunden haben und daher noch in unseren Unterkünften wohnten“, erklärt Michael Verhalen, Fachbereichsleiter für Soziales. Am 1. Januar 2018 zählte Xanten 241 anerkannte Flüchtlinge. Die Situation sei hier etwas entspannter. „Die Lage auf dem Wohnungsmarkt und damit bezahlbaren Wohnraum zu finden, bleibt aber weiterhin kritisch“, sagte Verhalen In Alpen ist es ebenfalls der fehlende Wohnraum, der die Integration erschwert, wie Andreas Rösen vom Sozialamt erklärte. Die Tennishalle, die lange als Unterkunft diente, konnte allerdings Mitte 2017 aufgegeben werden. 77 anerkannte Flüchtlinge und 100 Antragssteller und Geduldete leben derzeit in der Gemeinde. Vor einem Jahr waren es noch 212 Flüchtlinge. Die Bezirksregierung Arnsberg legt Erfüllungsquoten fest, wie viele anerkannte Flüchtlinge eine Kommune aufnehmen muss. „Wir erfüllen die Wohnsitzauflage derzeit mit 76 Personen zu 46 Prozent. Es wird schwer die Quote zu 100 Prozent zu erfüllen, weil die Menschen nicht adäquat unterbringen können“, sagte Rösen.

128 Flüchtlinge, darunter 61 Anerkannte und 67, bei denen das Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist, leben in Sonsbeck. Anfang 2017 waren es noch 145 Flüchtlinge. „Wir haben derzeit noch 19 Wohnhäuser angemietet oder Unterkünfte in Gemeindebesitz, in denen wir die Flüchtlinge untergebracht haben. Zwar kommen jetzt nicht mehr viele neue Flüchtlinge, doch beendet ist die Flüchtlingssituation damit nicht. Jetzt steht die Integration an“, sagte Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales der Gemeinde, Markus Janßen.

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