Rechtsstreit

Freizeitpark Xanten: Günter Mollenhauer stellt sich quer

Diese Parzelle will Dauercamper Günter Mollenhauer nicht freiwillig räumen.

Foto: jul

Diese Parzelle will Dauercamper Günter Mollenhauer nicht freiwillig räumen.

Xanten.   Der Dauercamper will seine Parzelle im Freizeitpark- und Erholungspark Xanten nicht freiwillig räumen. Sein Anwalt sucht eine gütliche Einigung.

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Wer Interesse an einer Parzelle auf einem Campingplatz hat, kann in Wardt zuschlagen. Dort stehen aktuell 22 Grundstücke zum Verkauf. So ist es zumindest im Schaukasten des Schomberg Freizeit- und Erholungsparks am Eingang des Geländes nachzulesen. „Doch wer will denn hier noch wohnen und investieren, wenn die Vertragsverlängerung nicht gewährleistet wird?“, fragt Manfred Gatermann.

Gatermann ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Wochenendhausgebiete in Kalkar, Kerken und Xanten. Seit Sommer 2017 vertritt er Günter Mollenhauer – Xantens berühmtesten Dauercamper, der seit mehr als einem Jahr im Rechtsstreit mit seiner Verpächterin Rosemarie Schomberg liegt (wir berichteten). Kurz zusammengefasst geht es darum: Mollenhauer, der 1989 das Leben auf dem Campingplatz in Wardt genießt, erhielt im Oktober 2015 von seiner Verpächterin einen Brief. Darin wurde ihm ohne Grund mitgeteilt, dass sein Pachtverhältnis nicht verlängert wird und zum 31. Dezember 2016 ausläuft. Später wurde bekannt, dass auf seiner und einer benachbarten Parzelle ein Spielplatz errichtet werden soll. Es folgte eine Gerichtsverhandlung im Mai 2017 vor dem Amtsgericht in Rheinberg, die Mollenhauer verlor. Weil eine ehemalige Mitarbeiterin der Betreiberin den Pachtvertrag nachträglich geändert hatte, schöpfte Mollenhauer neue Hoffnung. Doch der angesetzte Berufstermin im April 2018 vor dem Landgericht in Kleve wurde abgesagt. Die Kammer sah keine Aussicht auf Erfolg. Nun soll Mollenhauer gehen. Bis zum 15. Mai soll er dem Rechtsanwalt der gegnerischen Seite mitteilen, dass er bereit ist, das Grundstück freiwillig zu räumen. Ansonsten würde, so ist es zumindest in dem Schreiben an Gatermann nachzulesen, der Vollstreckungsauftrag erfolgen. Ob es dazu kommt, ist unklar. Heinz-Dieter Heescher, der Schomberg vertritt, gab trotz mehrfacher Anfragen noch keine Stellungnahme ab.

Gatermann hingegen wohl. „Mein Mandant wird nicht freiwillig räumen.“ Es gäbe zwar ein rechtskräftiges Urteil, aber das sei sehr unbestimmt beschrieben. Gatermann: „Wie soll denn überhaupt vollstreckt werden? Soll mein Mandant nur ausziehen oder sein Mobilheim abreißen?“ Er regt noch stets eine gütliche Einigung an. „Ich habe einen Musterpachtvertrag erstellt, der Ruhe auf dem Campingplatz bringen würde.“ So hätten sich bereits mehr als 20 Bewohner bei ihm gemeldet. Sie alle fürchten ein ähnliches Schicksal wie Mollenhauer.

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