Umwelt

Frühjahrsputz in Millingen

Auch Gartenmöbel wurden entsorgt.

Foto: Bussmann

Auch Gartenmöbel wurden entsorgt. Foto: Bussmann

Rheinberg-Millingen.   Bei traumhaftem Wetter machten sich zahlreiche Bürger auf, um Müll auf Wegen, Straßen und im Gebüsch zu sammeln

Frühjahrsputz an Straßen, Wegen und Böschungen ist weiterhin nötig. Weil es immer noch unverantwortliche Zeitgenossen gibt, die ihren Müll lieber in der freien Natur entsorgen als in der häuslichen Mülltonne, bei der Sperrmüllsammlung, am Asdonkshof oder beim Dienstleistungsbetrieb abzuliefern. Ihn einfach aus dem Autofenster an den Straßenrand werfen wie die Zigarettenschachtel oder gar nachts per Anhänger angefahren den großen Müll ins nächste Wäldchen kippen. Am Heidecker Weg lag beispielsweise eine komplette Gartenausstattung mit Sesseln, Tisch und Schlauchanlage. Noch dreister sah es nahe der Saalhoffer Straße aus, wo ein ganzer Berg Fliesenschutt aus Keramik entsorgt wurde.

Gemeinsame Aktion

Früher war es mal eine konzentrierte Aktion, die Rheinbergs Stadtverwaltung unter der Ex-Bürgermeisterin Ute Schreyer startete. Sie legte einst den Termin fest, sorgte für Handschuhe, Säcke und Personal des DLB, der den gesammelten Müll und das Gerümpel per Lkw entsorgte. Fast alle Nachbarschaften sammelten mit, Rheinberg wurde sauber. Diese Aktion gibt es nicht mehr. „Wir sind in der Haushaltssicherung“, glaubt am Samstagmorgen ein Millinger Bürger den Grund zu kennen.

Wohl auch vor diesem Hintergrund rufen die Millinger Vereine, ob Schützen, Karnevalisten, Fußballer oder Leichtathleten, selbst der Tauchclub, Jahr für Jahr zum Frühjahrsputz auf. „Dann räumen wir eben selber den Müll weg“, entschied Ulrich Glanz und bekam Hilfe von vielen Seiten. Um 10 Uhr starteten die Müllsammler mit einem Kaffee, um dann in die seit langen Jahren gleichen Reviere auszurücken, Trecker oder Auto samt Hänger dabei.

„Wir haben alle gebeten, das nötige Material selbst mitzubringen“, berichtete Glanz. „Die einzige Unterstützung, die wir haben, ist das kostenlose Müllabliefern beim DLB.“ Dafür gab es ein Dankeschön von Millinger Geschäftsleuten, die am Mittag mit Brötchen und Getränken aufwarteten. „190 Euro haben Millinger an Geldspenden dazu getan“, lobte Glanz.

Schnell wurden die ersten Säcke voll. Einige Straßenzüge samt anliegenden Wäldchen und Büschen waren sogar fast besenrein. „Sind die Menschen vernünftiger geworden?“, fragte ein Sammler. Wilhelm Weihofen, einer der Sammler, vermutete etwas anderes: „Da ist wahrscheinlich die Truppe des DLB mit den Flüchtlingen durchgegangen.“ Ein Helfer befand: „Eine lobenswerte Sache.“

Woanders häufte sich der Müll. Keine 15 Meter hatte Fritz Spandick in einem Feldweg an der Saalhofer Straße zurück gelegt. Zum Glück mit Trecker und Hänger. Schon waren drei Müllsäcke gefüllt, einer nur mit Flaschen. „Wir müssen noch zum Parkplatz bei Aumund“, erinnerte ein Helfer. „Da liegen Säcke voll Kartonagen.“

Toll findet Manuel Krumpf die Aktion. „Ich bin aus Wallach, habe in der Zeitung vom Müllsammeln in Millingen gelesen. Da will ich mitmachen. Ich will mal versuchen, in Wallach ähnliches zu arrangieren.“ Je mehr sich beteiligen würden, umso besser. So setzte er als Wallacher in Millingen ein Zeichen. „Wenn es in Millingen sauberer ist, dann passen vielleicht auch die Wallacher besser auf.“ Viele Säcke voll Müll brachten die Helfer zum DLB. Am Ende war Millingen ein ganzes Stück sauberer.

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