Umwelt

Frühjahrsputz in Millingen – Vereine sammeln Müll ein

Mit der Greifzange wurde der Müll eingesammelt.  

Mit der Greifzange wurde der Müll eingesammelt.  

Rheinberg-Millingen.  Die Mitglieder der Millinger Vereine machten wieder ihr Dorf sauber. Die Helfer sammelten jede Menge Müll ein – darunter viele Autoreifen.

Ulrich Glanz schimpfte wie ein Rohrspatz. Er war am Samstagmorgen von Ossenberg zum jährlichen Müllsammeln zum Sportplatz nach Millingen über die Zollstraße gefahren. „Das ist die reinste Müllhalde“, entrüstete er sich. Weil gewissenlose Autofahrer die leere Brötchen- oder Milchtüte einfach aus dem Autofenster werfen würden. Und die Zigarettenkippe hinterher. Noch dreistere Zeitgenossen werfen ihren heimischen Müll gleich säckeweise in die Sträucher, den alten rostigen Gartenstuhl und den Autoreifen noch dazu. Da kann Ulrich Glanz wütend werden: „Die müssten hohe Bußgelder zahlen.“ Gut, dass es da die engagierten Bürger aus Millingen gibt. Die reinigen einmal im Jahr die Straßen, Plätze und Autobahnböschungen.

Nur noch rund 20 Helfer

Am Samstag war es wieder so weit. Alljährlich sind es die Mitglieder der Millinger Vereine, die sich morgens am Sportplatz an der Jahnstraße treffen. Sie sind stets die ersten Rheinberger, die sich zum Müllsammeln treffen. Leider werden es wohl jedes Jahr weniger: Im vergangenen Jahr waren es noch um die 30, am Samstag nur noch rund 20 Helfer. Und meist „Wiederholungstäter“ wie beispielsweise Fritz Spandick, der mit Trecker, Anhänger und Familienclan dabei ist, oder Wilhelm Weihofen. Die sind die heimlichen Vorbilder und wissen genau, wo der meiste Müll herumliegt.

Ausgerüstet mit Säcken, Eimern, Handschuhen und Greifzangen wurde der Müll eingesammelt. Früher wurden Säcke oder Handschuhe von der Stadt oder Firmen zur Verfügung gestellt. Inzwischen bringen die Ehrenamtler die Säcke und Handschuhe selbst mit. Wenigstens die Greifzangen könnte die Stadt aber sponsern, war am Samstag die Meinung. Schließlich ersparen die ehrenamtlichen Sammler der Stadt viel Geld. Vom Dienstleistungsbetrieb (DLB) wurden zumindest Handschuhe gestellt. Der örtliche Bäcker stiftete die Brötchen, die Sparkasse gleich 200 Euro als Dankeschön.

Am Ende war es ein Treckeranhänger, der sich bis zum Rand mit Weggeworfenen füllte. „Das war deutlich mehr als im Vorjahr“, bemerkte Ulrich Glanz, Motor und Organisator der Millinger Aktion. „Das war so viel, dass die letzte Gruppe erst um 13 Uhr zurück kam.“ Da traf man sich zu Getränken und einem Imbiss im Sportheim.

Erst Anfang Mai startet die Stadtverwaltung eine flächendeckende Müllsammelaktion. „Viel zu spät“, kritisiert Ulrich Glanz. „Dann haben die Vögel schon ihre Brutzeit und könnten gestört werden.“ Was auch seine Frau Angelika Glanz unterstreicht: „Dann ist schon alles grün, die Sträucher voll frischer Blätter und das Gras schon hoch“.

Heute wird der Anhänger voller Müll, dabei unter anderem sehr viele Altreifen, zum Rheinberger DLB gebracht. Was in jedem Jahr bleibt, ist die Wut auf die vielen Müllsünder...

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