Jugendzirkus

Fulminantes Finale in der Ferienmanege

Da ist Konzentration gefragt: Betül Isibinilir hatte zum Schluss neun Teller in der Jonglage.

Da ist Konzentration gefragt: Betül Isibinilir hatte zum Schluss neun Teller in der Jonglage.

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Rheinberg.  Drei Wochen war der „Circus for Kids Rondel“ in der Stadt. Mehr als 100 Ferienkinder haben in der Zeit Kunststücke eingeübt und aufgeführt.

Die Kinder in den Mittelpunkt stellen, dem Nachwuchs die Chance geben, sich in verschiedenen Disziplinen auszuprobieren – das sind die Leitmotive des „Circus for Kids Rondel“, der seit rund 25 Jahren Kinder und Jugendliche mit seinen Projektwochen begeistert. In den vergangenen drei Wochen war der Jugendzirkus im Zelt hinter der Grundschule Grote Gert am Annaberg zu Gast.

An drei Freitagen hatten die Sechs- bis 14-Jährigen alle ihren großen Moment. Bei den Aufführungen kamen jeweils mehr als 500 Besucher ins Zirkuszelt – alle drei Vorstellungen waren restlos ausverkauft. Für Babette Heimes ist die Zusammenarbeit des Zirkus Rondel mit dem Ferienalarm eine Erfolgsgeschichte. Die Stadtjugendpflegerin erinnert sich: „Vor neun Jahren haben wir gerade mal eine Aufführung gegeben. Nächstes Jahr sind wir dann schon bei vier Vorstellungen.“ Sie ist begeistert: „Die Kinder werden hier im positiven Sinne an ihre Grenzen gebracht. Ich finde es fantastisch, was sie hier alles lernen.“

„Die Kinder sind die Stars“

Einen großen Anteil am Gelingen hat ohne Zweifel René Ortmann. Dem Zirkusdirektor, der den Betrieb in der siebten Generation leitet, macht die Arbeit mit dem Nachwuchs „unheimlich viel Spaß“. Sein Credo: „Die Kinder sind die Stars in der Manege. Das schafft bei ihnen enormes Selbstbewusstsein“, erklärt Ortmann.

Er hatte mit seinem Team je eine Woche Zeit, die jungen Artisten auf die Aufführung vorzubereiten und mit ihnen die Shows zu proben. Der Spaß kam dabei nicht zu kurz, wie Babette Heimes berichtet: „Die Kinder kommen super gerne. Das ist auch eine große Erleichterung für die Eltern.“ Die Stadtjugendpflegerin ist überzeugt: „Wenn wir Zelte aufbauen würden, würden sie auch noch hier übernachten.“

Am Freitag wurde ein furioser Schlusspunkt gesetzt. Punkt 18 Uhr zogen die jungen Zirkuskünstler unter tosendem Applaus von allen Seiten in die Manege ein. Schnell wurde klar: Die Proben haben sich gelohnt. Das Publikum staunte über die gekonnten akrobatischen Übungen der Artisten. Clown „Peppino“ sorgte für Lacher, als er sich ohne Eintrittskarte ins Publikum schmuggelte, und den verblüfften Rene Ortmann aufforderte, ihm „ein Bier und eine Bratwurst“ zu bringen.

Das zirkuseigene „Basketball-Team“ sorgte mit gewagten Sprüngen für Furore. Für die Feuerkünstler war hautnaher Kontakt mit brennenden Fackeln ebenso kein Problem wie das Stehen auf Scherben und das Beugen über Nagelplatten. Die Tänzerinnen bewiesen Rhythmusgefühl und beeindruckten auch mit Gleichgewichtssinn, als sie auf dem Seil tanzten.

Furchtlos am Trapez

Einige Kunststücke hätten auch in eine professionelle Zirkus-Show gepasst. So balancierte die erst elfjährige Betül mit Hilfe von Leuchtstäben gleich neun Plastikteller auf einmal, drei davon sogar mit ihrem Mund. Und Jongleur Jakob sorgte für Aufsehen, als er drei Ringe gleichzeitig mit Armen und Kopf auffing. Die Show erreichte den absoluten Höhepunkt, als sich Kinder in schwindelerregende Höhen begaben und am Trapez ihr furchtloses Können zeigten.

Als der donnernde Applaus nachließ und die Besucher langsam nach draußen strömten, kam das unweigerliche Gefühl auf: Hier freut sich schon jeder auf die Shows im nächsten Jahr. Dann wird der „Circus for Kids Rondel“ bereits zum zehnten Mal in Folge in Rheinberg sein Zelt aufbauen.

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