Projekt

Gärtnern für mehr Lebensqualität in Rheinberg

Birgitt Höckels (rechts) und Ramona Chaudhry-Eismann gehören zum Gärtner-Team von Initiator Ole Langenbach (links).

Birgitt Höckels (rechts) und Ramona Chaudhry-Eismann gehören zum Gärtner-Team von Initiator Ole Langenbach (links).

Foto: arfi

Beim ersten Garten-Café am 22. April wird vorgestellt, was auf der Pilotfläche in der Reichelsiedlung passiert und wie es dort weitergehen soll.

Rheinberg. Gemeinschaftliches Gärtnern – diese Idee hat Ole Langenbach im vergangenen Jahr in Rheinberg in Gang gesetzt. Langenbach ist Student an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort. Dort studiert der Homberger Energie und Umwelt. Um das städtische Gärtnern, konkret um sein Vorhaben in Rheinberg, wird es in seiner Bachelor-Arbeit gehen.

Mit dem Start in die wärme Jahreszeit hüpfen Langenbach und seine Mitstreiter jetzt wieder in die Beete. „Ich bin froh, dass der Winter vorbei ist“, sagt der junge Mann. „Denn das ist für ein Gartenbauprojekt natürlich die schlechteste Zeit.“ Nun gibt es wieder regelmäßige Treffen am Quartiersbüro an der Buchenstraße 6 in der Reichelsiedlung. „Gleich hinter dem Büro können wir eine 175 Quadratmeter große Grünfläche als Garten nutzen“, berichtet der Student. Die Fläche soll in Zusammenarbeit mit Freiwilligen, möglichst mit Anwohnern, aufbereitet werden.

Das Projekt läuft ganz gut an. Ein Dutzend Interessierter lässt sich regelmäßig über den Gartenverteiler informieren, einige sind mittlerweile bei jedem Treffen dabei und vier Pflanzenpaten haben sich auch schon gefunden. Sie kümmern sich zu Hause um Jungpflanzen. Ein Teil davon kommt später in den öffentlichen Garten, den Rest dürfen die Paten für sich behalten. „Der Kreis der Leute, die mitmachen, wird immer größer“, sagt Ole Langenbach. Und genau das ist das Ziel des Projekts: In Wohnquartieren wie der Reichelsiedlung, wo viele Menschen bestenfalls einen Balkon, aber kaum jemand einen Garten besitzt, soll über einen gemeinschaftlich genutzten und bewirtschafteten Garten ein Raum entstehen, wo Begegnung möglich ist. Nachbarn treffen sich, lernen sich besser kennen, gärtnern und ernten gemeinsam und schaffen so eine höhere Lebensqualität im Wohnquartier.

Momentan laufen viele Vorbereitungen. Kräuter werden gezogen, die Beete vorbereitet, damit bald schon Tomaten (vor allem alte Sorten), Gurken, Zucchini, Auberginen, Bohnen und Erbsen wachsen und gedeihen können. Ole Langenbach: „Wir werden auch ein Wildblumenbeet mit sogenannten Nektarpflanzen für Bienen anlegen.“ Einen Garten zu kultivieren erfordert natürlich auch, dass regelmäßig gegossen und gejätet wird. „Später“, so erläutert der Student, „brauchen wir dann Paten, die die Verantwortung für ganze Beete übernehmen.“ Denn es soll nicht bei der Pilotfläche an der Buchenstraße bleiben. Auch auf Flächen an anderen Stellen im Stadtgebiet ist gemeinschaftliches Gärtnern erwünscht.

Um das weitere Vorgehen abzustimmen, gibt es am Sonntag, 22. April, um 15 Uhr, erstmals ein Garten-Café. Dazu sind alle eingeladen, die bereits mitarbeiten oder die einfach an dem Projekt interessiert sind. Dann wird Ole Langenbach in der Begegnungsstätte Reichelsiedlung an der Eschenstraße 28 bei Kaffee und Kuchen das Garten-Projekt vorstellen.

Bis jetzt ist das gemeinschaftliche Gärtnern auf fruchtbaren Boden gefallen. Langenbach: „Das Interesse ist da. Viele Nachbarn schauen vorbei und wünschen uns viel Erfolg, Und bis jetzt gab es auch noch keinen Vandalismus.“ Langenbach hofft, dass Viele der Einladung zum Garten-Café folgen.

Wer Fragen zum Projekt hat, kann ihn per Mail unter ole.langenbach@hsrw.org erreichen oder kann sich im Quartiersbüro unter Telefon 0157/36660443 beziehungsweise über die Seite www.quartier-isw-rheinberg.de melden. Unterstützt wird das Projekt vom Quartiersmanagement, von der Stiftung Wohlfahrtspflege, von der Stadt Rheinberg, von der evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg und von den Eigentümern der Reichelsiedlung.

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