Verkehr

Gehen Sie zurück auf Los und starten Sie erneut!

Foto: Waz FotoPool

Rheinberg-Orsoy.   Was tut sich an der Niag-Bahnstrecke zwischen Orsoy und Baerl? Herzlich wenig, wie die Mitglieder des Bauausschusses jetzt erstaunt zur Kenntnis nehmen mussten

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Eigentlich sollte alles schon unter Dach und Fach sein und der Bahnverkehr reibungslos rollen. Vor allem leiser, denn wenn statt eines Andreaskreuzes Schranken und Ampeln stehen, muss der Zug keine lautstarken Signale abgeben. So weit die Theorie, die Praxis sieht für die Bürgerinitiative Niag-Bahnlärm und die Anwohner der Niag-Bahn in Orsoy, Orsoyerberg und Vierbaum anders aus. Denn bislang ist recht wenig passiert, wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich.

Verzögerungstaktik

Die Gutachten zu Lärm und Erschütterungen liegen vor, die sind Grundlage eines Arbeitskreises mit dem etwas sperrigen Namen „Niag-Bahnlinie Orsoy-Baerl“. Hier sitzen vier Vertreter der Bürgerinitiative, drei der Niag und Vertreter der Städte Duisburg und Rheinberg. Moderiert wird die ganze Geschichte von Rheinbergs Technischem Beigeordneten Dieter Paus. Der Arbeitskreis hat bislang zwei Mal getagt, die nächste Sitzung ist für Ende Juli terminiert. Dann soll der Vorentwurf für die Planung für den Bahnübergang Baerler Straße/Mühlenstraße vorgestellt werden. Wenn man bedenkt, dass die Weichen für die Lösung an dieser Stelle bereits vor mehr als einem Jahr gestellt worden sind, ist viel Zeit ins Land gegangen, ohne dass etwas passiert ist. Was im Bauausschuss massiv zum Beispiel von Josef Devers (CDU) und Marie-Luise Theile (Grüne) kritisiert wurde. Für die grüne Vertreterin ist es unverständlich, warum alles so langsam geht. Natürlich begrüße ihre Fraktion grundsätzlich einen runden Tisch, „aber der führt jetzt auch hoffentlich zum Ziel“. Ursprünglich sei man doch davon ausgegangen, dass die Pläne bereits in diesem Jahr umgesetzt werden würden, „stattdessen geht es jetzt erst um einen Vorentwurf“. Ihr Fraktionssprecher Jürgen Bartsch nahm die „Verzögerungstaktik“ der Niag aufs Korn. Denn das Fachbüro, das das Gutachten erstellt hat, hat einen Nachtragsauftrag bekommen, ob und wie Geschwindigkeit und Tonnage der Züge Lärm und Erschütterungen beeinflussen.

Auch FDP-Mann Hans-Peter Götzen hielt sich mit Kritik nicht zurück. Für ihn passen die Vorgänge unter diese Überschrift: „Gehen Sie zurück auf Los und starten Sie erneut.“ Das reiche aber nicht, die FDP wolle jetzt „Butter bei die Fische“ sehen, sprich, eine Antwort auf die Frage bekommen, wann alles, was einst angekündigt worden war, umgesetzt werde.

Der Tenor der Diskussion dürfte den Mitgliedern der Bürgerinitiative Niag-Bahnlärm gefallen haben. Denn auch sie ist zurzeit etwas ratlos. „Wir haben ein tolles Jahr hingelegt“, so Sprecherin Dr. Eva Hellmis in der Sitzung des Bauausschusses. Nur im Moment hätten die Aktiven den Eindruck, dass sie nicht weiterkommen würden.

Beigeordneter Dieter Paus brach eine Lanze für die Niag. Er erinnerte daran, dass es dort einen Wechsel im Vorstand gegeben habe. Auf Hans-Joachim Berg ist der frühere Kreis- und auch Rheinberger Kämmerer Peter Giesen gefolgt. Paus räumte ein, dass auch er davon ausgegangen sei, dass die Frage der Bahnübergänge längst erledigt gewesen sei. Die Gelder stünden zur Verfügung, „ich hoffe, dass das zügig abgearbeitet wird“. Insgesamt gesehen befürworte er den Arbeitskreis, der sei positiv zu bewerten und „der einzige Weg, der erfolgversprechend“ sei.

Nicht angesprochen wurde in der Sitzung der umfangreiche Katalog, den die Bürgerinitiative in der Vergangenheit immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt hatte. Dazu gehört nämlich nicht nur die Situation an den Bahnübergängen, sondern auch das Tempo der Züge, eine mögliche Einschränkung bei den Fahrten am Wochenende und vieles mehr.

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