Integrationsprojekt

Gemeinsam säen und ernten

Rosemarie Kaltenbach

Rosemarie Kaltenbach

Foto: Mareike Kluck

Rheinberg.   An der Flüchtlingsunterkunft am Melkweg in Rheinberg wurde gestern das Gewächshaus eingeweiht. Ein schönes Gemeinschaftsprojekt.

Eisbergsalat, Tomaten, Gurken, Spinat oder Rüben – das ist nur eine kleine Auswahl von dem, was im Gewächshaus und in den frisch angelegten Beeten in der Flüchtlingsunterkunft am Melkweg in den nächsten Monaten wachsen wird. „Das ist auch typisch syrisch, die Lebensmittel sind mir sehr bekannt aus meiner Heimat. Wir sind da gar nicht so verschieden“, lacht Huda Darwish. Die 29-jährige Syrerin absolviert derzeit ein Praktikum bei der Diakonie und arbeitet da für die Genossenschaft „Tuwas“, die das Projekt unterstützt. Für die junge Syrerin, die seit über zwei Jahren in Deutschland lebt, vermittelt das Projekt auch ein Stück weit Heimatgefühl. „Natürlich sind es auch die Gemüsesorten und die Kräuter, die wir hier pflanzen und die mich an zuhause erinnern.“ Aber auch das Gemeinschaftsgefühl sei deutlich spürbar – hier arbeiten die Bewohner zusammen, was ihnen auch ein Gemeinschafts- und Selbstwertgefühl gäbe. Denn wer gemeinsam sät und erntet, kommt sich auch automatisch näher.

Die Idee, ein Gewächshaus und Beete anzulegen, kam im vergangenen Sommer. „Im September wurde dann der Förderantrag genehmigt, 6000 Euro sind vom NRW-Programm ‘Komm-an’ sehr schnell genehmigt worden,“ sagt Rosemarie Kaltenbach. Die Rheinberger Sozialdezernentin freute sich sehr, dass das Projekt nun offiziell starten konnte. „Ich bin schon auf gemeinsame Kochabende mit den Zutaten aus dem eigenen Garten gespannt.“ Denn das Integrationsprojekt solle Menschen sowohl beim Gärtnern, als auch beim gemeinsamen Kochen zusammen bringen. Neben Gewächshaus und anderem Zubehör, konnte von der finanziellen Förderung auch eine Pumpe angeschafft werden, mit der das Grundwasser zur Bewässerung des neuen Gemüsegartens genutzt werden kann.

Viele Bewohner der Flüchtlingsunterkunft am Melkweg und Ehrenamtler waren gestern schon in den frühen Morgenstunden unterwegs, um alles für die Besucher vorzubereiten.

Unterstützer mit grünem Daumen

Auch Karl-Heinz Braems war mit von der Partie. Der 73-jährige Gärtner hatte in der Zeitung vom Projekt gelesen und wollte die Macher unterstützen. „Ich engagiere mich gerne – und hier wurde ein Unterstützer mit einem grünen Daumen gebraucht“, sagte Braems, der lange Jahre die gleichnamige Gärtnerei in Rheinberg führte und sogar einen Meister im Gemüseanbau gemacht hat. „Das hat doch gut gepasst – ich stehe hier den Menschen gerne beratend zur Seite.“

Britta Jacob, die seit einem Jahr als Ehrenamtskoordinatorin für die Stadt Rheinberg arbeitet, freut sich, dass sich so viele Menschen an dem Projekt beteiligen. „Sachspenden wie Spaten oder Harke sind natürlich weiterhin willkommen“, betont Britta Jacob. „Auch Bürger, die ehrenamtlich ihren grünen Daumen zur Verfügung stellen möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei mir zu melden.“

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