Stadtentwicklung

Gestaltungshandbuch für eine schönere Innenstadt Rheinbergs

Aus dem Sachstandsbericht zum Gestaltungshandbuch der Stadt Rheinberg

Aus dem Sachstandsbericht zum Gestaltungshandbuch der Stadt Rheinberg

Foto: Abbildungsquelle Stadt Rheinberg

Rheinberg.   Das Gestaltungshandbuch der Stadt soll dazu beitragen, dass das Erscheinungsbild im historischen Ortskern Rheinberg harmonischer wird.

So ganz glücklich war er nicht. Bernd Strey (Architektengruppe Stadtraum) erläuterte im Bau- und Planungsausschuss den Sachstand zum Gestaltungshandbuch – und offenbarte, dass ihm Gestaltungsfibel oder -knigge lieber wäre. Schließlich sei das, woran er arbeite, keine Verpflichtung: „Beschrieben wird ein Bündel von Maßnahmen. Wir wollen die Stärken und Schwächen von Rheinberg zeigen. An den Schwächen soll gearbeitet werden.“ Ideal wäre, privates Engagement als wichtigstes Element der Sanierung des historischen Ortskerns anzustoßen.

Strey skizzierte mehrere Themen des Gestaltungshandbuchs. Dazu gehören das Stadtbild und dessen Gliederung, Dächer und Dachaufbauten, Fassaden, Werbung an und vor Gebäuden, Außengastronomie sowie Nebengebäude und private Flächen. Als vereinzelte Mängel nannte er glänzende Ziegel, Photovoltaikanlagen auf Dächern, die optische Trennung von Erdgeschoss und Obergeschossen, große Schaufenster, zurückgesetzte Eingangsbereiche, überdimensionierte Erker, unpassendes Fassadenmaterial, zugeklebte Schaufenster, Möblierung und Art der Abgrenzung bei der Außengastronomie und das Nutzen des öffentlichen Raums für Aufsteller und Warenauslagen. Als Ergebnis des Informationsabends am 5. Juli habe sich Werbung in der Fußgängerzone als das Thema herausgestellt, das die Menschen am meisten bewege, auch wenn es dabei unterschiedliche Positionen von Gewerbetreibenden und ihrer Kundschaft gebe.

Klaus Wittmann (CDU) stellet fest, dass „viele Dinge, die selbstverständlich sind“, im Handbuch angesprochen wurden. „Es gibt keine Pflicht zur Umsetzung. Da bleibt die Hoffnung, dass das eine oder andere umgesetzt wird und auch Nachahmer findet.“ Peter Tullius (SPD) verwies darauf, dass das Handbuch „rechtlich nicht umsetzbar ist. Kann man das an den Hinweis auf Fördergelder anlehnen?“Strey setzte da Hoffnung auf Erfahrungen in anderen Kommunen. „Das Handbuch steckt einen Rahmen, der befolgt werden sollte. Man sollte das über ein bis drei Jahre testen, bevor man über eine Gestaltungssatzung nachdenkt. Aber Hof- und Fassadenprogramme werden sehr gut angenommen.“

Und das Gestaltungshandbuch ist auch mit einer Förderung über ein solches Programm verknüpft. „Es gibt 90 000 Euro dafür, Maßnahmen aus der Gestaltungsfibel werden mit 50 Prozent bezuschusst. Und es haben sich schon Interessenten gemeldet“, so Baudezernent Dieter Paus. Er war es auch, der ins Spiel brachte, ausufernde Werbung im öffentlichen Raum zunächst über eine Sondernutzungssatzung zu regeln.

Der Ausschuss musste auch über das zukünftige Pflaster, dass in der Gelderstraße verlegt werden soll, entscheiden. Er sollte farblich zu dem am Holz- und Fischmarkt verwendeten passen und rutschhemmend sein. Vier verschiedene Muster standen zur Auswahl, die noch bis zum 21. September auf dem Marktplatz in der Nähe des Alten Rathauses zu sehen sind. Während sich die Verwaltung für die Variante I aussprach, stimmte der Ausschuss mehrheitlich für die Variante IV.

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