Gradierwerk

Gradierwerk im Xantener Kurpark nimmt Gestalt an

Wenn die Anlage in Betrieb genommen wird, soll die salzhaltige Luft bis zu 300 Meter weit reiche

Wenn die Anlage in Betrieb genommen wird, soll die salzhaltige Luft bis zu 300 Meter weit reiche

Foto: crei

Xanten.   Das Holzgerüst wurde nun mit Schwarzdornästen befüllt. Spätestens zur Eröffnung des Kurparks am 25. Mai soll man die Meeresbrise genießen können.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Arbeiten am Gradierwerk im Xantener Kurpark gehen voran. Das Holzgerüst im Westwall, direkt gegenüber des evangelischen Altenzentrums, wurde diese Woche mit Schwarzdornästen befüllt. Spätestens zur Eröffnung des Kurparks am 25. Mai soll man die Meeresbrise des Gradierwerks genießen können, sagt Harald Rodiek, Leiter des städtischen Dienstleistungsbetriebs Xanten (DBX). Fragen und Antworten dazu.

Was ist eigentlich ein Gradierwerk? Ursprünglich wurden Gradierwerke zur Salzgewinnung eingesetzt. Von oben rieselt Sole – also salzhaltiges Wasser – durch mehrere Schwarzdornschichten nach unten. So entsteht eine Art salzhaltiger Nebel – ähnlich wie Meeresluft. Die Inhalation dieser Luft soll sich zudem positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken.

Warum wird Schwarzdorn verwendet? Schwarzdorn, auch als Schlehe bekannt, ist dornenreich und stark verästelt. Aufgrund dieser Beschaffenheit kann das Wasser durch die Astschichten langsam und kleinteilig hindurchsickern. „Durch eine Säure in den Ästen fault der Schwarzdorn trotz des vielen Wassers nicht“, sagt Krzysztof Lazarz, Bauingenieur und Inhaber der Firma Gradpol, die das Gradierwerk mit der Schlehe befüllt hat. Weil der Schwarzdorn zwischen Ende November und Februar geerntet wird, finden Bedornungen nur im Winter und Frühjahr statt. Bei guter Pflege muss die Befüllung erst nach 20 Jahren ausgetauscht werden.

Wie wird ein Gradierwerk bedornt? Etwa 120 Kubikmeter Schwarzdorn wurden für das Werk im Kurpark verarbeitet. Drei Zimmermannsleute brauchten acht Tage bis zur fertigen Befüllung. Bei der Bedornung gehen die Mitarbeiter schichtweise vor. Die Schwarzdornäste werden in Bündeln zunächst 80 Zentimeter hoch geschichtet, auf 60 Zentimeter heruntergepresst und dann durch Holzlatten fixiert.

Nach zwei Lagen werden die Äste mit einer Heckenschere geschnitten. Die Schnittkante verläuft insgesamt schräg und wird nach oben hin immer dünner. „Durch die leichte Neigung sickert das Wasser durch jede Schicht“, erklärt der Bauingenieur. Das neun Meter hohe Werk im Kurpark wurde auf beiden Seiten sieben Meter hoch mit dem Reisig befüllt.

Wie wird das Gradierwerk benutzt? Lazarz sagt, dass die salzhaltige Luft, die von der Anlage ausgeht, bis zu 300 Meter weit reicht. „Den besten Effekt hat man natürlich unmittelbar um das Werk herum. Auf welcher Seite die Luft intensiver ist, kommt auf die Windrichtung an.“ Unter der Pergola des Gradierwerks sollen Bänke aufgestellt werden, auf denen die Menschen sitzen und das angenehme Klima genießen können. Lazarz Tipp ist es jedoch, einige Runden um das Werk herum zu spazieren und die wohltuende Luft aktiv aufzunehmen. Das Gradierwerk wird dauerhaft eingeschaltet sein und ist kostenlos zugänglich.

Wann wird das Gradierwerk fertig? Harald Rodiek rechnet mit einem Probebetrieb nach Ostern. In den nächsten Wochen sollen die Dachmontage, die Einrichtung der Wasserpumpen sowie die Installation von Beleuchtung und Bänken folgen. Bis zur Eröffnung im Mai seien „alle Arbeiten abzuschließen“. Dann werden auch die Gesamtkosten für die Errichtung des Gradierwerks feststehen. Ursprünglich waren 370.000 Euro veranschlagt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben