Aktion

Grüne überraschen als lebendige Zebrastreifen

Die Rheinberger

Die Rheinberger

Foto: arfi

Mit ihrer Aktion auf der Römerstraße fordert die Partei auch Tempo 30. Viele Passanten begrüßten das Engagement der Grünen

Rheinberg. Einige Autofahrer schauten irritiert, manche fuhren unbeirrt weiter, viele streckten den Daumen hoch und signalisierten, dass sie die Aktion auf der Römerstraße gut fanden. In Höhe der Römer-Apotheke hatten sich gestern Vormittag Politiker der Rheinberger Grünen postiert. Nicht einfach so, sondern in auffälliger Zebrastreifen-Montur. Die schwarz-weiß gestreiften Umhänge hatte Ratsfrau Ulla Hausmann-Radau extra für diesen Zweck genäht. Jürgen Bartsch, Dagmar Krause-Bratsch, Ulla Hausmann-Radau, Ernst Barten, Barbara Ettwig, Karin Wolk und Ingrid Anna Steuk wiesen die Autofahrer darauf hin, dass ihrer Ansicht nach an dieser Stelle Tempo 30 und ein Zebrastreifen hingehören – sie taten dies vorsichtig und ohne den Verkehr zu sperren.

Nach der langen Diskussion im Hauptausschuss sieht es zwar nicht danach aus, dass an dieser Stelle der Römerstraße mit durchschnittlich 6000 passierenden Fahrzeugen pro Tag ein Zebrastreifen aufgemalt werden könnte, doch das ließ die Grünen kalt. „Wir hatten diese Aktion schon länger geplant“, sagte Ernst Barten. Und der Fraktionsvorsitzende Jürgen Bartsch betonte: „Wir geben nicht auf. Unserer Auffassung nach gibt es ein öffentliches Interesse daran, die Straße in Höhe der Apotheke und der Arztpraxen sicherer zu gestalten – analog zu der Situation vor Kindergärten, Schulen oder Altenheimen. Da stellt sich für uns die Frage des Ermessens der Stadtverwaltung.“

Passanten begrüßten die Aktion

Im Ausschuss hatte Jonny Strey, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, vehement darauf hingewiesen, dass die Verwaltung keinen Ermessensspielraum habe. Bartsch erinnerte an eine Verwaltungsvorlage vom November 2012, in der es hieß, dass „ein Zebrasteifen eine Sicherheit suggeriert, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist“. Bartsch: „Wenn das die Haltung der Verwaltung ist, wundert es uns nicht, dass so ablehnend gehandelt wird.“

Viele Passanten begrüßten die Aktion der Grünen. „Hier leben so viele ältere Menschen, es ist so gefährlich auf der Römerstraße – ich kann absolut nicht verstehen, dass die Stadt hier nichts unternimmt“, sagte etwa eine ältere Rheinbergerin, die seit 54 Jahren an der Frankenstraße lebt.

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