Pumptrack

Gutachter: Kein Lärm-Problem beim Rheinberger Pump-Track

Auch in Rheinberg soll’s im nächsten Jahr einen Pumptrack geben – allerdings keine mobile Anlage wie in diesem Bild, sondern eine stationäre.

Auch in Rheinberg soll’s im nächsten Jahr einen Pumptrack geben – allerdings keine mobile Anlage wie in diesem Bild, sondern eine stationäre.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Rheinberg.  Gutachten für den Bau eines Pumptracks in Rheinberg kommt zu dem Ergebnis, dass keine Lärmbelästigung für Anwohner droht. Dennoch gibt’s Protest.

Der Bau eines Pumptracks, eines asphaltierten Rundkurses mit unterschiedlich langen Wellen, Sprüngen und Steilkurven für Radfahrer, Skater und Inlineläufer in Rheinberg, ist umstritten. Die Stadt plant, solch eine Anlage auf dem alten Bolzplatz zwischen Tennishalle von Grün-Weiß Rheinberg und Fossa Eugeniana an der Königsberger Straße zu errichten. Genau dieser Standort ist den Anwohnern ein Dorn im Auge. Ihnen stehen Kinder, Jugendliche und Erwachsene gegenüber, die sich für den Pumptrack aussprechen. Die Jugendlichen übergaben ihre Unterschriftenlisten – auf denen rund 1000 Bürger für den Bau unterzeichneten – im September an die Politiker des Jugendhilfeausschusses. Nun lud die Stadt am Dienstagabend zu einer Informationsveranstaltung ins Stadthaus ein, bei der die Befürworter und Gegner aufeinanderprallten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Ergebnis des Lärmschutzgutachten. Beurteilt wurden diese Immissionen nach der Freizeitlärmrichtlinie. An Werktagen sind in Wohngebieten Lärmkulissen bis 55 Dezibel, innerhalb der Ruhezeit in der Nacht und am frühen Morgen sowie Sonn- und feiertags Geräusche bis 50 Dezibel zulässig. Gemessen wurden für den Pumptrack die potenziellen Schallquellen. „Die Räder und Roller sind dafür nicht relevant. Den meisten Einfluss haben die Gespräche der Nutzer“, erklärte Gutachter Marcus Oetzel vom zuständigen Ingenieurbüro Bauplus und Bauphysik. Bei der Annahme, dass sich 20 Nutzer gleichzeitig auf der Anlage befinden, kommen bei den angrenzenden Häusern auf der Wiesen- und Königsberger Straße 39 bis 43,7 Dezibel an. „Damit sind alle Anforderungen für alle Zeiträume mit Abstand eingehalten“, sagte Oetzel. „Es wäre theoretisch sogar eine Nutzung bei bis zu zehn Personen in der Nacht möglich und die Grenzwerte würden eingehalten werden.“

Die Nutzung des Pumptracks ist zwischen acht und 22 Uhr vorgesehen. Schilder, wie sie auch an Spielplätzen stehen, sollen darauf hinweisen. Eine Kontrolle durch einen Mitarbeiter der Stadt erfolge nicht, sagte Robert Braun, Fachbereichsleiter Tiefbau und Grünflächen, auf Nachfrage. Ein Anwohner befürchtet, dass sich an diese Zeiten nicht gehalten werde. „Das wird Ärger geben. Das eine ist Theorie, das andere Praxis. Der Tennisclub ist schon sehr laut“, kritisierte er. Ein weiterer Rheinberger rechnet mit einer Verschlechterung der Parkplatzsituation. „Wo sollen die Nutzer denn parken? Ich denke, dass sie mit dem Auto bis zur Anlage vorfahren wollen“, sagte er. „Ich glaube, bei der Planung wurde verdammt viel vergessen.“

Kleiner „Übungstrack“ für Laufräder

Planer Ralf Maier vom Kölner Landschaftsarchitekturbüro Maier, das sich auf die Errichtung von Skate- und Bikeanlagen in Deutschland und weltweit spezialisiert hat, erläuterte zudem die Konstruktion des Pumptracks und des angrenzenden Kletterfelsens. Neben der Hauptfahrbahn soll es einen kleinen „Übungstrack“ geben, auf denen Kinder mit Laufrädern und Bobbycars fahren können. Für normale Straßenfahrräder ist der Pumptrack nicht geeignet. Die Strecke wird von Hand hergestellt. „Das ist extrem aufwendig. Die Fachfirmen brauchen durchschnittlich fünf Tage für die Asphaltierung so einer Anlage“, erläuterte Maier. Rund 330.000 Euro kostet der Bau, der als Leader-Projekt zu 65 Prozent finanziert werden könnte.

Baubeginn soll voraussichtlich im Herbst 2020 sein. Eine Frau brachte es mit ihrer Wortmeldung für viele Anwesende scheinbar auf den Punkt. „Wenn man sieht, dass der alte Bolzplatz nicht mehr genutzt wird, ist es von der Stadt doch toll, dass sie diesen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich sportlich betätigen wollen, umwandelt.“ Dafür erhielt sie Beifall. Ein anderer Bürger stimmte ihr zu. „Wir sollten relaxter an die Sache rangehen, uns bewusst machen, dass alles unter den Richtwerten liegt und keine Horrorszenarien herbeirufen.“

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