Fitness

Gymnastik für Senioren im Park vor dem St. Thekla in Rheinberg

Ein wenig die Beine schwingen, Halt an den Walkingstöcken suchen – Dritte von links ist Daniela Wehr vom St.-Thekla-Haus.

Ein wenig die Beine schwingen, Halt an den Walkingstöcken suchen – Dritte von links ist Daniela Wehr vom St.-Thekla-Haus.

Foto: Peter Bußmann

Rheinberg.   Samstags morgens vor dem Rheinberger Altenwohnheim St. Thekla: Hier kann man Walken lernen. Auch wer einen Rollator braucht, kann dort den Umgang damit trainieren.

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Die Gruppe von Senioren, mit Walkingstöcken ausgerüstet oder auf den Rollator gestützt, wird immer größer. Nicht alle kommen aus dem Heim wie Ruth Monski, mit 93 Jahren noch dabei. Andere Rheinberger hatten die Vorankündigung in der NRZ gelesen, sich vom Frühstückstisch in Rheinberg auf den Weg gemacht. Denn Jeder, nicht nur die Bewohner des Altenwohnheimes, war und ist auch an den nächsten Samstagen eingeladen, etwas für mehr Fitness im Alter zu tun.

„Bewegt jung bleiben – Seniorensport Walking-/Rollator-Walking“ heißt das bemerkenswerte Kooperationsprogramm, dass das Heim St. Thekla gemeinsam mit der Krankenkasse AOK und dem Sportverein Millingen gestartet hat. „Im Alter werden viele Bewegungen, die bislang noch selbstverständlich und mühelos funktionierten, anstrengend. Dennoch ist Sport und Gymnastik im Alter sehr wichtig, um den Körper fit zu halten“, sagt Günter Lohmann von der AOK, die die Aktion im Thekla mit Stöcken und leichten Sportmaterialien sponsorte.

Jeden Samstag findet deshalb im St.-Thekla-Haus und im angrenzenden Stadtpark in Kooperation mit AOK, Kreissportbund Wesel und SV Millingen ein besonderes Seniorenbewegungsangebot statt. Eingeladen sind alle Rheinberger Senioren sowie die Heimbewohner des St.-Thekla-Hauses in Rheinberg. Wer ein wenig gehandicapt ist, hat seinen Rollator. Doch wer der Senioren wohl Walkingstöcke? Die hielt Daniela Wehr von der Heimleitung schon bereit, genug für Jeden waren es. Wie man damit umgeht? Das wusste die Fachfrau.

Doris Michels, Übungsleiterin mit der Spezialausbildung „Sport für Ältere“ vom SV Millingen, ist die Trainerin für eine altersgerechte Walking- und Rollator-Walking-Gruppe. Als Erstes passte sie allen Neulingen die Stöcke an, erklärte, wie man sie greift und schwingt, um die wichtigen Muskeln des sportungewohnten Körpers anzusprechen. „Denn die sind keine Spazierstöcke“, sagte sie.

Ein Heimbewohner berichtete schon stolz, dass er jetzt einen besseren Rollator hat. Der bisherige war unpassend, schnell bekam er einen sichereren. Dann ging’s schon los. Zunächst die Rolllatorteilnehmer. „Wir drehen hier vor dem Heim zwei Runden, ziehen dabei die Knie an.“ Uli Glanz, SV Millingens Vorsitzender, ging Beispiel gebend voraus. Derweil erklärte Übungsleiterin Michels die Haltung der Stöcke. Dann zogen fast zwanzig Menschen, die eine Hälfte aus dem Heim, die anderen aus der Stadt, in den neuen Teil des Stadtparks. Der bot, was man brauchte: Feste Wege, aber auch solche mit Naturboden. „Sie müssen auch lernen, auf unebenem Boden zu gehen“, so die Leiterin.

Nicht einfach nur herumstehen

Zwischendurch gab’s dann kleine Stopps, um auf die Langsameren zu warten. „Aber wir stehen hier nicht einfach so herum“, lockte Michels. Leichte Gymnastik stattdessen, für Jeden auflockernd, und mal die frisch-morgendliche Waldluft einatmen. „Herrlich“ und „welch gute Luft“ waren die Kommentare. Ein Wegerweiterung bot Platz für alle: mit Stöcken oder Rollatoren. Die Übungsleiterin ließ, speziell für Ältere, zahlreiche Muskelpartien arbeiten. Aber nicht zur Vorbereitung späterer Olympiaden, sondern altersgerecht. Selbst der 93jährigen mit ihrem Rollator machte es sichtlich Spaß. Es war auch das Gemeinschaftserlebnis, was allen gut tat. Die des Altenwohnheims fanden es toll, gemeinsam mit der Sportlerin raus in den Park zu kommen und in netter Runde auch Gleichgesinnte aus der Stadt kennen zu lernen. Man spürte es bei manch lockerem Plausch. Als alle wieder nach einer Stunde beim Thekla ankamen, gab’s von Daniela Wehr ein paar Gummibärchen. Einig war man sich schnell: „Nächsten Samstag sind wir wieder dabei.“

Treffpunkt ist für alle, auch aus anderen Orten, das Altenwohnheim in Rheinberg, Am Park 11, um 9.30 Uhr. Die Teilnahmegebühr für die wöchentliche Bewegungseinheit beträgt einen Euro. Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk anziehen. Stöcke werden gestellt. Die Übungsleiterin ist stets dabei. „Eine tolle Sache“, fanden alle.

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