Innenstadt

Xanten: Händler und Anwohner wollen verkehrsberuhigte City

Xanten.  Die Diskussion um eine verkehrsberuhigte Innenstadt nimmt an Fahrt auf. Stadt und Polizei verweisen jedoch auf rechtliche Schwierigkeiten.

Der Vorstand der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender (IGX) hat sich für weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen in der City ausgesprochen. Mit einigen Vorschlägen von Anwohnern der Poststraße, die sie vor der Sommerpause in die politische Diskussion eingebracht hatten, erklärt er sich einverstanden. „Wir unterstützen den Wunsch, generell den Schwerlastverkehr aus dem innerstädtischen Bereich fernzuhalten.

Natürlich muss der Anlieferverkehr ohne Einschränkung in allen Bereichen möglich bleiben“, schreibt der Vorstand in einer Stellungnahme. „Ebenso sind wir der Meinung, dass für alle innerstädtischen Straßen ein Gebot zur Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern eingeführt werden soll.“ Das heißt zum Beispiel auch die Post- und Siegfriedstraße. Bei einem Durchfahrverbot für Kraftfahrzeuge auf der Rheinstraße hat der Vorstand allerdings Bedenken.

Rechtliche Bedenken der Stadt

Das Thema einer verkehrsberuhigten Innenstadt hatte vor den Sommerferien an Fahrt aufgenommen, nachdem die Aktionsgemeinschaft Poststraße weitere Vorschläge für die gesamte Kernstadt in den Rat eingebracht hatte. Zuvor war von einem nächtlichen Durchfahrverbot für den Schwerlastverkehr auf der Poststraße die Rede gewesen. Anwohner berichteten mehrfach von nächtlichem Lärm durch Laster mit Ziel Gewerbegebiet.

Vor allem die Stadt meldete allerdings unter anderem mit Hinweis auf eine Stellungnahme der Polizei rechtliche Bedenken an. Nach vermehrten Protesten wurde dann doch dieses Durchfahrverbot für die Nacht eingerichtet. Zudem ist aktuell ein Zebrastreifen am Atriumhaus in Arbeit. Andere Ideen sollen hingegen in ein noch zu erstellendes Gesamtverkehrskonzept für die Innenstadt einfließen, beschloss der Rat auf seiner letzten Sitzung. IGX-Vorstand Ludger Lemken nun: „Auch meinen wir, dass zur Umsetzung der Maßnahmen kein teures Gutachten von Nöten ist.“

Touristen mögen keine Umwege

Das für die Rheinstraße diskutierte Durchfahrverbot für Kraftfahrzeuge lehnt die IGX aus wirtschaftlichen Gründen ab und verweist auf die Bedeutung des Tourismus. Durch die historische Innenstadt, den Archäologischen Park (APX) und die Einrichtungen des Freizeitzentrums (FZX) habe Xanten am Niederrhein eine herausragende Stellung. „Diesem Umstand verdankt die Stadt, dass leerstehende Ladenlokale und fehlende Kaufkraft momentan nicht zu beklagen sind“, betont Lemken. Das könne nur dann weiter funktionieren, wenn diese Hauptachse für den Durchgangsverkehr zur Bundesstraße, zu Hafen, APX und nach Lüttingen erhalten bleibe.

Die innerstädtischen Parkplätze müssten auch von dieser Seite, wie von der Post- und der Sonsbecker Straße, erreichbar sein. Dann bleibe die Innenstadt lebendig. Lemken: „Touristen und Kunden lieben keine Umwege.“ Zudem gibt der IGX-Vorstand zu bedenken, dass nach einem Durchfahrverbot auf der Rheinstraße die Verkehrsbelastung auf der Lüttinger Straße, dem Holzweg und der Poststraße zunehmen würde.

Ferner spricht sich der Vorstand der Xantener Einzelhändler für ein Tempo-30-Limit für die gesamte Sonsbecker Straße aus. Radler hätten derzeit keine Ausweichmöglichkeit, wenn sie von einem breiten Auto oder – „noch gefährlicher“ – von einem Lastwagen überholt würden. Sie würden gegebenenfalls fallen und sich im besten Fall nur verletzen. Eine Begrenzung der Geschwindigkeit könnte diese Situation entzerren.

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