Nachruf

Heimatforscher Ernst Heien aus Xanten verstarb mit 88 Jahren

Ernst Heien war ein sehr belesener Niederrheinkenner. Er hatte lange Jahre beim Niederrheinischen Altertumsverein Xanten auch das Amt des Vorsitzenden inne.

Ernst Heien war ein sehr belesener Niederrheinkenner. Er hatte lange Jahre beim Niederrheinischen Altertumsverein Xanten auch das Amt des Vorsitzenden inne.

Foto: Foto: Ulla Michels/FFS

Xanten.13 mehrtägige Fahrten, 70 eintägige Exkursionen, 139 Vorträge hat der Niederrheinische Altertumsverein Xanten (NAVX) von 1994 bis 2011 erleben dürfen. 222 Veranstaltungen insgesamt, somit im Durchschnitt 13 pro Jahr: Ernst Heien nahm als dessen damaliger Vorsitzender so etwas ganz genau. „Den NAVX zu leiten, das war in der dritten Lebensphase genau das Richtige.“ Jetzt ist der Wardter Landwirtssohn, Pädagoge und Römerkenner im Alter von 88 Jahren gestorben.

Heien erlebte den Granatenbeschuss der Deutschen Wehrmacht auf Wardt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Aber über all das Leid wollte er nicht (öffentlich) reden. Eher über seine pädagogische Laufbahn und die alten Römer.

Heien gehörte zu denen, die 1950 in der Xantener Rektoratsschule erstmals ihre Mittlere Reife machten. Nach dem Abitur in Geldern gehörte er zur ersten Generation, die den Stofffluss des Hüttenwerks in Rheinhausen per Computer regelten. Und als NRW-Kultusminister Paul Mikat auf der Suche nach Lehrkräften erstmals Quereinsteiger zuließ, wurde Heien „Mikater“, wie die Kurzzeit-Lehramtsanwärter nach einem Jahr Vorbereitungszeit benannt wurden.

An der Pädagogischen Hochschule (PH) Essen folgte ein Studium – Mathematik, Physik, Chemie. Und als 1968 in Xanten die erste Hauptschule gegründet wurde, gehörte Heien mit Rektor Willi Fährmann zur ersten Lehrergeneration der neuen Schulform. Er kaufte mit einem städtischen Zuschuss von 1000 Mark Einzelteile, die er für einen im Unterricht nutzbaren Computer selbst „zusammenbastelte“. Dies brachte ihn in Essen zu einer Promotion über den Einsatz von Computern im Unterricht und ans Lehrerfortbildungsinstitut in Soest.

1992 trat Heien in den Ruhestand. Zwei Jahre später übernahm der sechsfache Vater das Amt des Vorsitzenden im NAVX, vervielfachte die Mitgliederzahlen und machte den Verein internetfähig.

Am Dienstag, 17. September, beginnt das Beerdigungsamt um 14 Uhr in der Wardter St.-Willibrordi-Kirche.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben