Geschichte

Heinz Pannenbecker kritisiert Umgang mit der „Marke“ Amplonius

Heinz Pannenbecker

Foto: Privat

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Heinz Pannenbecker hat sich beim Deutschen Patent- und Markenamt die Namensrechte gesichert. Einer Verramschung will er nicht tatenlos zusehen.

Rheinberg. Fast sechs Jahrhunderte hat Amplonius Rating de Berka in Frieden ruhen können, bis jüngst ein Zwist über den Umgang mit dem Erbe von Rheinbergs bedeutendstem Sohn entbrannte. „Im Jahr 2012 hat die Amplonianische Stiftung und Bibliothek 600. Jubiläum gefeiert. Damals hat kaum jemand Notiz davon genommen“, erinnert sich Heinz Pannenbecker, Vorsitzender der Amplonius-Novus-Stiftung und ehemaliger Direktor des Amplonius-Gymnasiums. Plötzlich heißt es nun immer häufiger: Wir sind Amplonius.

Anfangen hat es mit der Idee einer Statue für den großen Sohn der Stadt. Kaum war die in der Welt, sprangen Vereine und Einrichtungen auf den Zug auf, so dass das Vermarktungsbestreben nach Pannenbeckers Meinung bisweilen bizarre Blüten treibt. Sogar Pizza und Döner erhalten das Amplonius-Label. „Das ist doch geschmacklos“, kritisiert der Stiftungsvorsitzende, der sich mit einem Denkmal nicht recht anfreunden mag. Eine Statue, die allein der Phantasie des Künstlers entspringt, weil das Aussehen Amplonius’ nicht überliefert ist, ohne weitere Erläuterungen beispielsweise in Form einer Infotafel – das hält der frühere Schuldirektor für viel zu dünn.

Dabei kann Pannenbecker absolut nachvollziehen, dass Leben und Wirken von Amplonius Rating de Berka ein wichtiger Baustein für ein werbewirksames Tourismuskonzept der Stadt sein könnte. Dann aber bitte in einem würdigen und angemessenen Rahmen, betont der ehemalige Schulleiter.

Mehr Engagement gewünscht

Dabei will er nun keineswegs den „bösen Buben von außerhalb“ spielen, der jegliche Bemühungen im Keim ersticken möchte. Schließlich kann auch die Amplonius-Novus-Stiftung von einem guten Vermarktungskonzept profitieren. Das sieht auch Pannenbecker so. Voraussetzung ist allerdings, dass sich alle irgendwie Beteiligten an einen Tisch setzen, um ihre Wünsche und Vorstellungen in ein nachhaltiges Konzept zu gießen. Dass er sich in diesem Punkt mehr Engagement von der Stadt gewünscht hätte – daraus macht er keinen Hehl. „Die Stadt hätte in moderierender Funktion tätig werden und Kontakte herstellen können“, zeigt sich Heinz Pannenbecker über das Desinteresse der Verwaltung enttäuscht.

Der Moerser ist sich sicher: Akademischer Anspruch und touristische Attraktion schließen sich nicht grundsätzlich aus. Der Büchermarkt mit Lesungen, den der Trägerverein Altes Rathaus organisiert hatte, die Stadtführungen des Heimatvereins zu historischen Themen, ein bereits 2012 aufgeführtes Theaterstück – das seien prima Ansätze, die es weiter auszuarbeiten gelte. Ein Amplonius-Zentrum kann sich Heinz Pannenbecker ebenfalls gut vorstellen.

„Die Tür steht offen“, signalisiert der Stiftungsvorsitzende Gesprächsbereitschaft. Fest steht aber auch: Pannenbecker hat sich beim Deutschen Patent- und Markenamt die Namensrechte an „Amplonius“ sichern lassen. Einer Verramschung der Marke „Amplonius“ will er nicht tatenlos zusehen. In diesem Fall will er nicht davor zurückschrecken, die Rote Karte zu ziehen.

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