Feierlichkeit

Herbstfest in Alpen: Als Rabatt ’ne Tüte Kartoffeln

Aloys van Husen versorgt Kunden in Alpen mit Kartoffeln.

Aloys van Husen versorgt Kunden in Alpen mit Kartoffeln.

Foto: Ostermann, Olaf (oo) / Ja

Alpen.  Der Werbering bemüht sich, seinem Herbstmarkt, der einst als Spekatkel mit Knalleffekten lockte, ein neues, dörflich passendes Image zu geben.

Keine Frage, hier lockt eine Festivität der ganz besonderen Art. Wer am verkaufsoffenen Sonntag in Alpen einkauft, geht mit einer Tüte erntefrischer Kartoffeln aus Veen nach Hause. Der Werbering bemüht sich, seinem Herbstmarkt, der einst als „Herbstspekatkel“ mit Knalleffekten lockte, ein neues, dörflich passendes Image zu geben. Regionale Produkte, die auf heimatlichem Boden gewachsen sind, sollen als Appetittanreger dienen, sich auf das dörfliche Treiben einzulassen. Die Premiere des Erntefestes der neuen Art im vorigen Jahr war vielversprechend.

Verbundenheit mit regionalen Produkten

„Das ist bei vielen sehr gut angekommen“, sagt Thomas Eckholt, neuer Vorsitzender des Werberings. „Daran wollen wir anknüpfen.“ Die Grundidee: Die Mitgliedsgeschäfte, die am Sonntag, 13. Oktober, um 13 Uhr ihre Türen öffnen, geben an jeden Kunden bei einem Einkauf ein Kärtchen aus.

Das kann man dann am Stand von Landwirt Aloys van Husen gegen eine Tüte mit 1,5 Kilogramm Kartoffeln eintauschen. „Das unterstreicht den dörflichen Charakter des Ortes und unsere Verbundenheit mit regionalen Produkten“, erläutert Eckholt die dahinterliegende Idee.

Die ist beim ersten Versuch bei den Besuchern auf fruchtbaren Boden gestoßen. Diesmal bekommt der Kartoffelbauer aus dem Krähendorf Verstärkung von Obstanbieterin Schäfer-Jürgens und Monika Elbers, die an ihrem Stand frisches Gemüse anbietet.

Zwei Stunden Vorsprung

Ergänzt wird das bäuerliche Angebot auf den innerörtlichen Straßen von Kunsthandwerkern aus der Region und eingeladenen Trödlern mit einem ansprechenden Angebot. „Wir rechnen mit gutem Wetter, so dass ein Bummel durch den Ort sicher lohnenswert sein wird“, so Eckholt. Auch viele örtliche Vereine wie die KAB und der Waldkindergarten nutzen die publikumsträchtige Plattform, sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Kommerzielle Anbieter am äußeren Rad des Ortes runden das Angebot unter freiem Himmel ab.

Während das Treiben in den Straßen bereits um 11 Uhr beginnt, dürfen die Läden erst zwei Stunden später aufschließen und sind bis 18 Uhr für Kunden da. Die meisten Geschäftsleute haben eigene, zu ihnen passende Aktionen vorbereitet. So kann man beispielsweise bei Optiker Eckholt seine Sehschärfe testen lassen.

Am Wochenende kommt das Mittelalter

Auch wenn sich der sonntägliche Einsatz nicht unmittelbar lohne, so der Vorsitzende des Werberings, sei der herbstliche Akzent der Kaufmannschaft wichtig für den Standort Alpen. „Die Leuten sehen, dass es bei uns lebendig zugeht und der Einzelhandel hier durchaus etwas zu bieten hat“, so Eckholt.

Lebendig geht es beim Herbstfest-Wochenende traditionell auf der Wiese der Junggesellen gegenüber der Motte zu. Hier lässt sich am Samstag und Sonntag wieder das Mittelalter nieder. Dafür sorgt wieder Ernst Bosch aus Menzelen. Der Besuch bei den Rittersleut’ kostet keinen Taler. Es lohnt sich – nicht nur für Historienfans. An dieser Ecke herrscht ein weiteres Spektakel.

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