Politik

Hitzige Diskussion um illegalen Schwarzbau in Alpen-Veen

Der Anbau der Umkleideräume in Veen erfolgte ohne Baugenehmigung.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Der Anbau der Umkleideräume in Veen erfolgte ohne Baugenehmigung. Foto: Jasmin Ohneszeit

Alpen.  SPD-Fraktionschef Jörg Banemann wirft Bürgermeister Thomas Ahls vor, gewusst zu haben, dass bei Borussia Veen ohne Genehmigung gebaut wurde.

Der Anbau von Umkleidekabinen am Clubheim des SV Borussia Veen schlägt politisch hohe Wellen. In der letzten Bauausschusssitzung wurde die Änderung des Bebauungsplans auf dem Gelände der Borussia jedenfalls hitzig diskutiert. Der Grund: Der Bau von Umkleide- und Duschkabinen am Clubheim ist ohne Genehmigung seitens des Kreises Wesel begonnen worden.

Die geplante zu bebauende Fläche hat einen Umfang von rund 80 Quadratmetern. Der Fall erhält durch den schweren Sturz eines ehrenamtlichen Helfers vom Baugerüst noch zusätzliche Brisanz. Eine anonyme Anzeige wegen „Schwarzbaus“ liegt beim Kreis vor. SPD-Fraktionschef Jörg Banemann hakte im Bauausschuss nach: „Ich habe gefragt, ob auf dem Gemeindegebiet bei Borussia Veen gebaut wird und ein Bauhelfer dort zu Schaden gekommen ist.“

Mit kürzerer Prüfung gerechnet

Beide Fragen bejahte Bürgermeister Thomas Ahls. Ahls habe selbst angeführt, dass man mit einer kürzeren Prüfung der Baugenehmigung gerechnet habe. Banemann schlussfolgert, dass sich der Bürgermeister und die Vereinsmitglieder in Sicherheit wähnten, der Antrag würde seitens des Kreises positiv beschieden werden. Und deshalb vorzeitig mit dem Bau begonnen wurde. „Der Bürgermeister muss vor den Bauvorgängen gewusst haben. Er steht in Kontakt mit dem Vereinsvorstand“, sagt Jörg Banemann. Damit steht Banemanns Vorwurf im Raum, Ahls trage eine politische Mitverantwortung für den illegalen Schwarzbau. Zudem wirft Banemann dem Bürgermeister Intransparenz vor: „Es hat vorab eine reguläre Abstimmung zur Genehmigung gegeben, aber über den Start des Bauvorhabens wurde der Rat nicht informiert.“ Er fordert nun eine politische und juristische Aufklärung.

Der Bürgermeister wies die Vorwürfe von sich. Er habe nicht mitbekommen, dass die Hochbauarbeiten begonnen hätten, obwohl er bereits bei den Tiefbauarbeiten den Weiterbau vergebens untersagt habe. „Ich finde es nicht mehr witzig, dass solch eine Lüge über mich verbreitet wird. Jörg Banemann möchte mir bewusst schaden. Zu sagen, ich hätte illegalen Schwarzbau betrieben, ist lächerlich“, erklärte Thomas Ahls.

Dass der SPD-Fraktionsvorsitzende jetzt mit diesen Anschuldigungen komme, verstehe er nicht. „Im Wahlkampf ist so etwas vielleicht effektiv, aber jetzt?“, fragte Ahls. Er schätzte das bisher gute Verhältnis zu seinem SPD-Kollegen, beide seien gut miteinander ausgekommen.

Im schlimmsten Fall droht nun der Abriss des Anbaus. Momentan ist der Bau am Sportplatz Veen stillgelegt. Bürgermeister Ahls möchte sich einsetzen, dass der Kreis eine kurzfristige Baugenehmigung erteilt. Das Thema könnte in der Ratssitzung am kommenden Dienstag durchaus noch mal für Gesprächsstoff sorgen...

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