Mittelalterfest

Hundert Prozent Mittelalter auf Burg Winnenthal

Torsten Eickhoff und Petra und Helge Greiffenberg (von links) besuchten das Mittelalterfest in Xanten.

Torsten Eickhoff und Petra und Helge Greiffenberg (von links) besuchten das Mittelalterfest in Xanten.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.  Händler, Handwerker und Heerlager versetzten die Seniorenresidenz Burg Winnenthal wieder um einige Jahrhunderte zurück.

Man nehme ein paar Händler, Handwerker, Gaukler und eine Burg und schon kann ein Mittelalterfest ganz authentisch gefeiert werden. Klingt einfach, ist es auf Burg Winnenthal in Birten auch, denn die Kulisse der historischen Wasseranlage aus dem 14. Jahrhundert, die heute als Seniorenresidenz genutzt wird, eignet sich perfekt, um in die Zeit des Mittelalters einzutauchen. Am Wochenende war es wieder soweit: Zum 16. Mal fand hier das mittelalterliche Burgfest statt.

Bevor das Treiben so richtig losging, zogen die Heerlager unter Jubelrufen der Besucher ein und versammelten sich auf dem großen Rondell.

Wer ganz genau hinschaute, der entdeckte dabei auch Bürgermeister Thomas Görtz, der für seine Begrüßungsworte ebenfalls in ein historisches Gewand schlüpfte. Gaukler, Musikanten und Narren unterhielten im Anschluss rund um die Burg. Die Heidweiler, die Gruppe Firlefanz und Oblecto der Narr, sangen zu mittelalterlichen Instrumenten. Mehrere Dutzend Schausteller und Vereine hatten ihre Zelte auf dem Gelände aufgeschlagen. So auch Marc Kirchhof, der Figuren schnitzte. Am Samstag war er dabei, ein Stück Walnussholz in einen Wikingerkopf zu verwandeln. „Ich bin gerne hier, weil die Atmosphäre so schön familiär ist. Man merkt sofort, dass hier keine kommerziellen Organisatoren hinter stehen, sondern die Bewohner des Altenheims und der Spaß der Besucher im Vordergrund stehen“, sagt er. In den Heerlagern konnte man sich im Schnitzen von Speckstein, Bogenschießen oder Axtwerfen versuchen und wurde Zeuge ritterlicher Schwertkämpfe oder anmutiger Tänze.

Die Falkner „skyhunters in nature“ aus Frechen zeigten ihre Künste und die Künste ihrer Tiere Sieben Vögel hatten sie dabei, die natürlich bestaunt wurden. Auf dem weiteren Rundgang entdeckte man so einiges: Ein Schmied zeigte sein Handwerk, Käsehändler luden zum Probieren ein und wer noch etwas für die eigene Ritterrüstung brauchte, ist an den Ständen definitiv fündig geworden. Viele Besucher kamen aber schon in passenden Gewändern gekleidet. Das gehöre einfach dazu.

Wie Weihnachten

„Man taucht in eine andere Welt ein. Das ist keine gespielte Rolle, sondern ein Lebensgefühl. Wir genießen diese entschleunigte Zeit“, erklärt Birgit Theissig. Sie ist Mitglied des Vereins „Freie Haufen zu Krienvelde“ aus Krefeld, der sein Lager ebenfalls aufgeschlagen hatte. Die Mitglieder führten das damalige Leben vor und zeigten das Handwerk. Sie nähten zum Beispiel ihre Kleidung. Seit zehn Jahren kommen die Mittelalter-Fans jedes Jahr nach Winnenthal. „Das Ambiente ist sehr schön und für die Senioren ist dieses Fest wie Weihnachten. Sie werden selbst mit Rollstuhl oder Krankenbett zu uns nach draußen gebracht“, so Sandra Buch.

Auch wenn es ordentlich regnete – die Besucher kamen trotzdem. „Das ist kein Regen. Das ist nur feuchte Luft“, sagt Helge Greiffenberg schmunzelnd. Gemeinsam mit seiner Frau Petra verwandelten sich die beiden in Kelten. Das Mittelalterfest besuchten sie zum ersten Mal. „Es ist klein, aber fein. Das Gesamtkonzept ist super, schließlich hat man nicht immer so eine Burg als Schauplatz.“

Von der Kulisse, bis zum Essen: Auf Burg Winnenthal wurde wieder einmal ganz authentisch 100 Prozent Mittelalter gelebt.

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