Fakten & Hintergrund

Hundetrainerin aus Xanten gibt Tipps fürs Gassigehen

Hundetrainerin Anke Schönfeldt führt vor, wie ein heranstürmender Hund abgewehrt werden kann. Wichtig sei es, dabei selbstsicher zu sein.

Hundetrainerin Anke Schönfeldt führt vor, wie ein heranstürmender Hund abgewehrt werden kann. Wichtig sei es, dabei selbstsicher zu sein.

Foto: Armin Fischer

Xanten.  Nach dem Streit im Uedemer Hochwald gehen wir mit einer Hundetrainerin spazieren. Sie gibt wertvolle Tipps.

Als Ruby zum Spurt ansetzt, nimmt Anke Schönfeldt ihre Leine straff in die Hand und bugsiert damit ihren kleinen Mops Lincoln rasch hinter ihren Rücken. Sie steht nun zwischen ihm und dem heranstürmenden Labrador-Mischling, geht leicht in die Knie, beugt den Oberkörper nach vorne und streckt Ruby ihre Handfläche selbstsicher entgegen. Die Hündin verlangsamt ihr Tempo und kommt schließlich zum Stehen, als Schönfeldt plötzlich mit fester Stimme ruft: „Hau ab!“ Ruby legt die Ohren an und weicht verunsichert zurück.

Die Xantener Hundetrainerin entspannt ihre Gestik und entschuldigt sich bei Ruby. Denn die Hündin ist ihr wohlvertraut, gehört eigentlich zu ihrer jüngeren Kollegin Verena Freimann und musste gerade lediglich für eine Demonstration herhalten: Wie verhalte ich mich richtig, wenn es beim Gassigehen zu einer Konfrontation mit anderen Hunden kommt und der Halter seinen Vierbeiner entweder nicht unter Kontrolle hat oder sich weigert, ihn an die Leine zu nehmen.

Die Polizei ermittelt

Über die handgreifliche Auseinandersetzung zwischen zwei Hundehaltern, über die wir in dieser Woche berichtet haben, ist Schönfeldt entsetzt. Die Polizei ermittelt gegen einen Mann, der zwei Frauen nach einem Streit über das Anleinen von Hunden angegriffen haben soll. Einen Vorfall wie diesen habe sie noch nicht miterlebt. „Gebrüllt wird schon viel, geprügelt eigentlich nicht.“ Wortgefechte gebe es regelmäßig, sagt sie. Die Hundetrainerin findet, dass der Umgangston in den vergangenen Jahren rauer geworden sei und sich viele Situationen auflösen würden, wenn die Herrchen mehr kommunizieren, respekt- und verständnisvoller miteinander umgehen würden. Das würde sich ebenso auf das Verhalten der Hunde übertragen.

Zu den meisten Schwierigkeiten führten tatsächlich die unterschiedlichen Ansichten der Hundebesitzer, wenn es darum gehe, ein Aufeinandertreffen zwischen Hunden ohne Vorbehalt zuzulassen. Viele würden in solchen Situationen einfach sagen: „Der tut nichts“, so Schönfeldt. Selbst wenn der eigene Hund verträglich ist, sei das genau die falsche Reaktion, schließlich wüsste man nichts über den anderen Hund und wie dieser auf Nähe reagiere.

Eskaliert die Situation, Leine loslassen

Im Landschaftsschutzgebiet, nahe des Xantener Krankenhauses, wo wir gerade unterwegs sind, ist es gestattet, seinen Hund ohne Leine laufen zu lassen. Voraussetzung sei aber eine entsprechende Bindung und ein Vertrauensverhältnis. Der eigene Hund müsse in jeder Situation gehorchen, auch wenn ihn gerade zahlreiche Eindrücke ablenken. Und wichtig sei es, ihn in Sicht- oder Rufweite zu behalten. Bei einer Begegnung mit anderen Hunden gelte ausnahmslos: „Herbeirufen und an die Leine legen“, sagt Schönfeldt. Auch dann rät sie dazu, zunächst Abstand zu halten und mit dem menschlichen Gegenüber zu besprechen, wie sich der fremde Hund mit anderen verträgt, bevor man zulässt, dass die beiden Artgenossen sich beschnuppern.

Eskaliert einmal eine Situation und die beiden Hunde verbeißen sich, solle man sofort die Leine loslassen, um sich nicht in Gefahr zu bringen. Es könne dann helfen, ein Kleidungsstück über sie zu werfen. Als letzter Ausweg bliebe den Besitzern, sich umzudrehen und wegzulaufen. Die Hunde würden dann häufig voneinander ablassen und ihren Besitzern folgen.

Trainerin hat keinen Übungsplatz

Bedingungsloses Gehorchen könne trainiert werden. Zu beachten sei dabei, dass „Hunde umgebungsunabhängig lernen“. Deshalb besitzt Anke Schönfeldt keinen Übungsplatz für ihre Hundeschule. Vielmehr geht sie mit ihren sechs Hundegruppen spazieren, ins Restaurant oder zum Markt, lehrt Hunde und Besitzer, wie sie sich im Alltag verhalten.

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