Archäologischer Park Xanten

Im APX entsteht eine schöne neue Römerwelt

Im APX stehen viele Veränderungen an.

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Foto: oo

Der Archäologische Park in Xanten soll weiter ausgebaut werden. Die Pläne wurden jetzt erstmals vorgestellt. Ein Überblick über die Maßnahmen.

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Xanten . Eine große Arbeits- und Ausstellungsstätte für die Schiffsbauer mit angeschlossener inklusiver Werkstatt, Schutzbauten und Rekonstruktionen für die Darstellung des Niedergermanischen Limes und eine Elektrobahn, mit der vor allem auch Behinderte den 90 Hektar großen Archäologischen Park Xanten (APX) auf dem Boden der ehemaligen Colonia Ulpia Trajana erfahren können: Die Mitglieder des Kulturausschusses der Landschaftsversammlung Rheinland wurden am Donnerstag in einer Sitzung im Römermuseum über „erste Überlegungen“ zur Weiterentwicklung des Parks informiert. Wieviel diese kostet und wann das Geld fließen könnte, darüber gab es in der Vorlage der Verwaltung des Landschaftsverbandes Rheinland keine Aussage. Erst müsse mit dem Land über Zuschüsse verhandelt werden hieß es.

Gleichwohl: Auf die lange Bank schieben lassen, will das politische Gremium die Umsetzung nicht. Auf Antrag von Leo Peters (CDU) wurde in das Protokoll der Sitzung ausdrücklich aufgenommen, dass sich die Verwaltung jetzt bewusst und intensiv um eine Konkretisierung der Vorhaben kümmern soll. Konkret ist geplant:

Werkstatt und Schiffbau: Werft und Maschinenpark sind derzeit in einem Gebäude aus dem Jahr 1967 beheimatet, das eigentlich bereits hätte abgerissen werden sollen. Vor der Halle, in der zudem eines der weitbeachteten LVR-Vorzeigeobjekte, eine Schreiner-Ausbildungswerkstatt für Menschen mit Behinderungen, untergebracht ist. Ein Neubau, in dem die Besucher hinter viel Glas die Boots-Nachbauten bestaunen und in direktem Kontakt mit der römischen Schiffsbautechnik und den angehenden Schreinern sind, könnte in Höhe des Hafentempels direkt über dem Rheinverlauf vor der Stadtmauer entstehen. Die Nachbauten würden im Sommer im Hafen Xanten liegen.

Weltkulturerbe : Derzeit laufen die Vorbereitungen für einen Antrag an die Unesco. Sie soll den 385 Kilometer „Nassen Limes“, den Grenzverlauf zwischen dem Römische Machtbereich zwischen dem 1. und 5. Jahrhundert von Bad Breisig bis Katwijk im Jahr 2021 zum Weltkulturerbe erheben. In der Vorschlagsliste ist Xanten mit mehreren Vorhaben dabei. Zunächst ist es ein eigener Ausstellungspavillon mit Erläuterungen über die Grenze mit ihrer großen Dichte und Vielfalt an militärischen Einrichtungen. Ein Teil der quer durch die Stadt verlaufenden Limesstraße könnte ebenso dargestellt werden wie der Hafenkanal (mitsamt des Boots-Pavillons), die Befestigungsanlagen Südkastell und Tricensimae sowie die Latrinen der Großen Thermen. Zudem soll der Umgang der Römer mit den jeweils heimischen Religionen mit der Rekonstruktion eines Matronentempels verdeutlicht werden.

Elektrobahn : In trockenen Tüchern scheint hingegen, so das Xantener Ausschussmitglied Dietmar Kisters, der Einsatz einer möglichst solarbetriebenen Elektro-Bahn mit Platz für bis zu 60 Personen, den CDU und SPD gemeinsam beantragt hatten. 330.000 Euro soll der noch in diesem Jahr geplante Ankauf eines zunächst gebrauchten Gefährts mit Kopfhörern und Audio-Führungen in mehreren Sprachen, Lautsprecheranlage und Bildschirmen für die Darstellung in Gebärdensprache kosten. Das Gefährt mit Stellflächen für Rollstühle und Kinderwagen soll eine drei Kilometer lange Schleife mit acht Haltestationen zunächst einmal probeweise befahren.

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