Senioren-Theater

Im Herzen jung

Das Senioren-Theater Moers gastierte im Bürgerhaus Budberg.

Das Senioren-Theater Moers gastierte im Bürgerhaus Budberg.

Foto: WAZ FotoPool

Rheinberg-Budberg.   Senioren-Theater Moers lieferte Sketch-Parade im Budberger Bürgerhaus

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Ob es darum geht, vom Hausarzt das richtige Rezept zu bekommen, im Reisebüro einen altersgerechten Urlaub zu buchen oder es einfach nur gilt, den Tag sinnvoll zu füllen: Das Leben der Senioren bietet so manche Hürde. Für die acht Damen vom Senioren-Theater Moers ist das der Stoff, aus dem die Sketche sind. Frei nach dem Motto „Lieber witzig mit siebzig als ranzig mit zwanzig“ führten die Hobby-Schauspielerinnen im Alter zwischen 60 und 80 Jahre am Sonntag gleich ein Dutzend davon im Budberger Bürgerhaus auf.

Bei Kaffee und Kuchen fanden sich viele der rund 90 überwiegend gleichaltrigen Gäste auf humorvolle Weise bestätigt. Für Magdalene Jescheniak ist das kein Wunder. „Ich hole mir viele Ideen aus dem Bekanntenkreis, daraus machen wir dann lockere Sachen zum Lachen“, erklärt die Regisseurin. Dabei nehmen die Seniorinnen sich auch gerne mal selber aufs Korn. So treibt die Rentnerin im Reisebüro ihr Gegenüber in den Wahnsinn, weil sie an jedem Angebot etwas auszusetzen hat.

In Frankreich wird den ganzen Tag über gegessen, in Italien gibt es zu viele Räuber und Mallorca geht überhaupt nicht: „Alleinstehende Herrschaften habe ich hier schon genug.“ Und als mit dem Harz endlich der passende Urlaubsort gefunden ist, beschließt die Seniorin, dort auf Kosten der Krankenkasse zu kuren. Zum verschmitzten Lachen der Gäste passte dann auch die Gesangseinlage mit dem Titel „Wie schön ist doch das Rentnerleben“.

Dass alle Rollen von Frauen gespielt werden müssen, bedauern die Mitglieder des Senioren-Theaters. Gleich im ersten Sketch betrieben sie deshalb Eigenwerbung. „Den ganzen Tag über Enten füttern ist doch langweilig. Es gibt doch in Moers ein Senioren-Theater, dort habe ich viele neue Freunde kennengelernt. Wie wäre es, meine Herren?“

Rüstig und mobil

Rüstig und mobil sollten die Mitspieler sein. Für Magdalene Jescheniak ist das allerdings nicht der größte Hinderungsgrund: „Männer schrecken oft davor zurück, Texte auswendig zu lernen.“ Ein Grund, weshalb das Theater ausschließlich Sketche mit einer Dauer von fünf bis acht Minuten aufführt, was aber auch dem Publikum geschuldet ist. „Wir spielen oft in Pflegeheimen und Seniorenstiften. Die älteren Menschen können oft nicht mehr ein ganzes Theaterstück aufnehmen“, erläutert die Regisseurin. Für Mitspielerin Ursula Zok bietet die Schauspielerei eine gute Gelegenheit, Körper und Geist in Form zu halten: „Texte lernen hält fit. Man bleibt im Herzen jung und voller Schwung.“ Ein Argument, dem man(n) sich kaum verschließen kann.

Das Senioren-Theater Moers sucht männliche Mitspieler:

Proben finden an jedem Mittwoch um 14.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Moers-Meerbeck, Bismarckstraße 35 statt. Interessierte dürfen ohne Voranmeldung kommen.

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