Tiere

Im Terrazoo in Rheinberg freut man sich über Nachwuchs

Erst zehn Zentimeter groß, wächst aber noch: eine der zehn vor kurzem geborenen Krokodilschwanzechsen im Terrazoo.  

Erst zehn Zentimeter groß, wächst aber noch: eine der zehn vor kurzem geborenen Krokodilschwanzechsen im Terrazoo.  

Foto: Lara Pöhls

Rheinberg.   In Rheinberg freut man sich über tierischen Zuwachs bei den Netzpythons, chinesischen Krokodilschwanzechsen und Schwarzkehlwaranen.

Wer einen neuen Personalausweis braucht, dem bleibt der Gang zum Amt nicht erspart. Anders ist das bei Schlangen – sie müssen selbst natürlich zu keiner Behörde, besitzen aber genauso einen Ausweis. Im Rheinberger Terrazoo erhielten nun gleich neun Netzpythons ihre Ausweise, denn bei diesen Tieren gab es Nachwuchs.

„Die Pythons können bis zu 30 Eier legen, aber nicht alle Eier müssen auch befruchtet sein“, sagt Silvana Czok, stellvertretende Leiterin des Terrazoos. Bei neun Eiern hat die Befruchtung aber geklappt. Die Eier blieben bei 30 Grad so lange im Inkubator, bis die Schlangen geschlüpft waren. „Aktuell sind die Schlangen etwa 30 Zentimeter lang und können später eine Größe von bis zu zehn Metern erreichen.“ Die sogenannte Brutpflege, bei der das Muttertier die Eier wärmt und beschützt, ist die einzige Art der Zuwendung, die sie ihren Kindern gibt. „Die Babys sind schon früh auf sich alleine gestellt, weil die Eltern ihre Kinder nicht großziehen. Nach der ersten Häutung jagen die Reptilien bereits selbstständig ihre Nahrung“, so Czok. Die Tiere fressen hauptsächlich Hasen, aber auch Warane und andere Säugetiere.

Nicht nur bei den Schlangen gab es Zuwachs, auch über Nachwuchs bei den chinesischen Krokodilschwanzechsen freut sich das Reptilienhaus, das seit 19 Jahren privat geführt ist und sich selbst finanziert. „Außergewöhnlich hoch ist die Geburtenzahl nicht, aber dadurch, dass sich die Zeitpunkte der Geburten verschoben haben, überschneiden sie sich in diesem Jahr“, so Czok.

Diese Echsenart wurde bereits zum dritten Mal vom Terrazoo nachgezüchtet. Auch die zehn neuen Tiere erhielten nun ihre Ausweise. Krokodilschwanzechsen sind sehr selten und größtenteils nur noch in Vietnam und in China verbreitet, weiß Czok. „Durchschnittlich bekommen die Tiere fünf bis 15 Junge.“ Mit seinen zehn Geburten liegt der Terrazoo im Mittelmaß.

Eine weitere Tierart, die Nachwuchs bekommen hat, ist der Schwarzkehlwaran. Das Reptilienhaus versucht, möglichst wenig bei der Pflege einzugreifen und sich die Eltern um die Babys kümmern zu lassen, jedoch ist dies beispielsweise bei den Waranen nicht möglich. „Bei diesem Reptil muss man den Geburtszeitpunkt besonders überwachen, weil es ansonsten passieren kann, dass die ausgewachsenen Tiere ihre Kinder auffressen“, erklärt Czok.

Ein Schwarzkehlwaran kann wie der Netzpython um die 30 Eier legen. Bis die Jungtiere letztendlich schlüpfen, dauert es in der Regel knapp drei Monate.

Rund 700 Tiere, darunter 80 verschiedene Tierarten, leben im Terrazoo. Nun sind es wieder ein paar mehr. „Wir freuen uns über jedes Tier das bei uns geboren wird“, sagt Czok lächelnd.

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