Versteigerung

In Rheinberg wurden 25 gefundene Fahrräder versteigert

Auktionator Christian Nickenig (Mitte) versteigerte die Fahrräder. Dieses violette Rad ergatterte Stefan Brendgen.

Auktionator Christian Nickenig (Mitte) versteigerte die Fahrräder. Dieses violette Rad ergatterte Stefan Brendgen.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Die Stadt Rheinberg lud nach langer Pause zur Fundsachenversteigerung ein. Besonders die Fahrräder wechselten schon für kleines Geld die Besitzer.

Fahrräder, kleine Taschen, sogar ein Fernglas war dabei: Schon bevor die eigentliche Versteigerung losging, stöberten die potenziellen Käufer zwischen den Sachen, die auf dem Verkaufstisch vor dem Rheinberger Stadthaus lagen oder begutachteten die Fahrräder. Die Stadt lud gestern zu einer Fundsachenversteigerung ein. Es war die erste Auktion nach mehreren Jahren. „Wir haben erst einmal so lange gesammelt, bis der Keller wieder voll war“, erklärte Dennis Stradmann, Mitarbeiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung.

Gut 40 Interessenten warteten auf das Startsignal. Christian Nickenig, ebenfalls vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung, schlüpfte in die Rolle des Auktionators. Zunächst klärte er die organisatorischen Dinge ab. Ein Rückgaberecht hatten die Käufer nicht – auch nicht, wenn die Fundsachen beschädigt waren oder nicht funktionierten.

Das sei eben das Schicksal einer Auktion, scherzte ein Besucher. Los ging es mit der Versteigerung der Räder: Verkauft wurden ausschließlich Fahrräder, bei denen sich auch nach mehr als sechs Monaten kein Eigentümer gefunden hat. 25 Stück hatten sich im Fundbüro angesammelt, die gestern fast alle einen neuen Besitzer gefunden haben.

Nickenig schlug verschiedene Einstiegsgebote vor, die die Interessenten überbieten konnten. Meistens lag das Startangebot bei fünf Euro. Der Auktionator gab alles, um die – zugegen, manchmal etwas in die Jahre gekommenen Räder – an den Mann oder die Frau zu bringen. „Hier haben wir ein schönes Rad mit einer Klingel, die funktioniert sogar noch und ein guter Korb ist auch dabei“, preiste er an.

Damenräder, Mountainbikes oder Kinderräder standen zur Wahl. Die meisten Gebote wurden zwischen zwei oder drei Bietern ausgemacht. Ein schwarzes Damenrad war hingegen besonders begehrt: Die Hände gingen nach oben. In Ein-Euro-Schritten haben sich gleich mehrere Interessenten überboten. Von fünf Euro ging es hoch auf 16 Euro. Dann fiel sprichwörtlich der Hammer. Ein Ausweis musste gezeigt werden, die Quittung unterschrieben werden und schon konnte das Fahrrad mitgenommen werden.

Stefan Brendgen schnappte sich ein violettes Fahrrad für gerade einmal fünf Euro. „Ich nehme es gerne als Ersatzteilspender für meine anderen Räder“, sagte der 74-Jährige. Anika Hackstein, Auszubildende bei der Stadt, machte ebenfalls ein Schnäppchen. Für 40 Euro ersteigerte sie ein E-Bike für ihren Vater. „Er sagte, mehr als 100 Euro soll ich nicht ausgeben“, erklärte Hackstein. Brauchte sie auch nicht. Einziges Manko: Das Akku-Ladekabel fehlt und das Rad ist derzeit noch abgeschlossen. „Entweder war es ein Fehlkauf oder ein richtiges Schnäppchen. Das wird sich noch zeigen, wenn das Rad aufbereitet wird“, sagte Hackstein lachend.

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