KLJB-Schrottsammlung

In Sonsbeck ist Schrott heiß begehrt

Voll beladene Anhäger am Ende der Schrottsammlung. 

Foto: Alexander Florie

Voll beladene Anhäger am Ende der Schrottsammlung. 

Sonsbeck.   Seit 1973 sammelt die Sonsbecker Landjugend den Schrott der Bürger ein - auch an diesem Wochenende waren über 40 junge Leute mit dabei.

Minus vier Grad, eisiger Wind und Schnee empfingen die rund 40 Mitglieder der Katholischen Landjugend (KLJB) Sonsbeck, die sich auf dem Parkplatz am Schweinemarkt versammelt hatten, um sich in den kommenden Stunden auf die acht verschiedenen Routen quer durchs Gemeindegebiet zu machen. „Wir haben in Sonsbeck überall Flyer verteilt und viele Leute wissen eh schon, dass die Landjugend die Schrottsammlung macht“, erläuterte KLJB-Pressewartin Lisa Wolters. „Viele haben das ja früher auch selbst gemacht.“ Die Schrottsammlung hat eine lange Tradition, die bis 1973 zurückreicht. Umringt von acht Gespannen und drei Frontladern tranken die Aktiven erstmal einen heißen Kakao, lauschten den Worten der Vorsitzenden Lena Kanders und ihres Stellvertreters René Vermöhlen, die letzte Hinweise gaben.

„Ab 11 Uhr ist in Issum kippen, ab 12 Uhr Mittagspause im Kastell, bis spätestens 17 Uhr ist alles fertig. Die Fete folgt dann bei mir zu Hause“, verriet der 23-jährige Rene Vermöhlen den Fahrplan. „Mein Vater hat das schon gemacht – es steht einfach für die Landjugend. Das ist eine coole Sache – auch bei kalten Temperaturen.“

Und gut sei, dass die Sonsbecker den Müll bewusst zurückhielten. „Der eine oder andere Schrottsammler versucht, uns den Schrott vorher wegzuholen.“ Diese Aussage bestätigte sich später durch einen Anwohner in Hamb, der die Schrotthändler schon hatte durchfahren sehen. „Aber das ist an dem Tag unser Müll, wir haben den angemeldet.“

Anschließend verteilten sich die Mitglieder auf die einzelnen Fahrzeuge – nach Möglichkeit ausgewogen „erfahrene“ Hasen und junge „Frischlinge“ „Ich war letztes Jahr erstmals dabei, da machen viele mit, das ist Landleben“, sagte die 17-jährige Christine.

Nico de Jong setzte sich in seinen Traktor, um den Motor anzuwerfen. „Man ist zusammen, hat viel Spaß.“ Das Irrwitzigste, was er je eingesammelt hat, konnte er gleich auch benennen. „Eine Skulptur aus Eisen, die haben wir in Labbeck am Hasenacker mit dem Frontlader rausgezogen.“

Die Fahrzeuge machten sich dann auf die Reise durch Sonsbeck, Hamb und Labbeck. Einer der Wagen fuhr auf der Xantener Straße entlang, um nach und nach die am Wegesrand stehenden Sachen einzuladen. „Vor zwei Jahren hatten wir auch mal eine Badewanne, die voll mit Schrott gepackt war“, erinnerte sich Timo Tenhaeff. Auf kurzer Strecke wurden es an diesem Samstag sogar drei.

„Ist nicht so einfach, weil auch die Finger so klamm sind“, nahm Elena Bolz bei „La Passione“ auf der Hochstraße ein paar Gitter und einen ausgemusterten Staubsauger entgegen. Am Grootensweg hatte ein Anwohner in seiner Garage bereits ein paar alte Heizkörper gebunkert „Ich bin gerade am Renovieren“, freute er sich über die Unterstützung.

In Labbeck machte der Trupp von Lukas Siebers kurz mal eine Getränkepause. „Ich bin immer der Packer“, schmunzelte der 31-Jährige, an diesem Tag der „Senior“ der Truppe. „Der Berg wird noch etwas höher.“ Bei der Hamber Feuerwehr holte sich die dortige Crew kurz mal warme Füße, ehe es wieder hinaus ging. „Wir waren erst bei den Landwirten und jetzt geht’s kurz durch die Freiherrlichkeit“, berichtete Christine Heymanns, die mit ihren Mitstreitern im Anhänger auf alten Eisenbänken saß und einen Werkzeugkasten mit der Aufschrift „Für die Schrottsammlung“ einsammelte.

Im Kastell kamen die Teams dann zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Das Fazit der KLJB-Vorsitzenden Lena Kanders: „Es war in diesem Jahr wohl insgesamt etwas weniger. Aber dann sind wir eben auch schneller fertig.“

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