Ostermarkt

Jede Menge Handwerk beim Xantener Ostermarkt

Warm angezogen schlenderten die Besucher über den Xantener Ostermarkt.

Warm angezogen schlenderten die Besucher über den Xantener Ostermarkt.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Xanten.   Sonne, Regen, Schnee: Der Ostermarkt litt vor allem am Samstag unter dem Wetter. Einige warm angezogene Besucher sahen da aber auch die Vorteile.

Wer die dicke Jacke, Mütze und vielleicht auch die Handschuhe noch nicht ganz aus dem Schrank verbannt hatte, der war für einen Besuch auf dem diesjährigen Xantener Ostermarkt gut gerüstet, denn das Wetter spielte am Wochenende ganz schön verrückt. Erst schien die Sonne, kurz darauf regnete es und ja, sogar ein paar Schneeflocken waren dabei – zum Leidwesen der Händler auf dem historischen Marktplatz in der Innenstadt.

Glühwein im April

Die kalten und teilweise ungemütlichen Temperaturen sorgten vor allem am Samstag dafür, dass die großen Menschenmassen sichtlich ausblieben. Einige angrenzender Cafés warben sogar mit dem ersten Glühwein vor Weihnachten.

Seit vielen Jahren veranstaltet die Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten (IGX) den Ostermarkt auf dem Xantener Marktplatz. Kunsthandwerker, Blumen- und Einzelhändler boten Dekoratives, Kulinarisches und Nützliches für den Hausgebrauch an. Einer von ihnen war Hans-Peter Schumacher. Küchenbretter, Schlüsselanhänger und sogar kleine Eierbecher aus Holz fertigt er in seiner eigenen kleinen Manufaktur an. Seit mehr als zehn Jahren baut der Jülicher seinen Stand beim Xantener Ostermarkt auf. „Die Atmosphäre ist hier besonders schön und das Publikum ist immer sehr interessiert.“

Vom Ambiente vor der Domkulisse zeigte sich auch Klaus Dieter Eigenwillig begeistert. Er verkaufte kreative Lampen in Eulen- oder Froschform. Der Duisburger war zum ersten Mal als Händler in Xanten dabei, sein Fazit viel allerdings durchwachsen aus. „Es ist echt kalt. Ich denke, dass sich die Besucher deshalb auch eher verhalten zeigen“, erklärte er.

Ute und Reinhard Schenkendorf waren hingegen zufrieden. Die Inhaber des Alpener Unternehmens „Kräuter und Raritäten Ute Schenkendorf“ hatten ihren Gemüse- und Kräuterpflanzenstand mitten auf dem Marktplatz und der zog ordentlich Kunden an. Rund 40 verschiedene Tomatensorten, winterfeste Kräutertöpfe und historische Gemüsepflanzen, hatten die beiden im Gepäck. Vor allem die Faulenzer-Tomate, eine besonders pflegeleichte Sorte, verkaufte sich gut. Reinhard Schenkendorf gab seinen Kunden auch gleich ein paar Ratschläge mit, damit die Pflanzen auch Früchte tragen.

Tipp Nummer eins, den der Händler in den vergangenen zwei Tagen wohl am häufigsten gegeben hat: „Die Pflanze unbedingt vor nächtlichem Frost schützen.“ Für Spannung sorgte das Pirates Action Theater, das kleine Szenen aus seinem diesjährigen Programm „Die Rache des Don Montego“ gezeigt hat. Im Sommer wird das Stück dann im Amphitheater Birten aufgeführt. Eine Band spielte Akustikmusik, die die ruhige Atmosphäre des Marktes keineswegs überlagerte.

Die Freundinnen Karla und Gabi schlenderten am Samstag über den Ostermarkt. Dieser gefiel beiden gut. „Es ist ein sehr abwechslungsreiches Angebot mit tollem Handwerk“, sagte Karla. Warm angezogen sahen sie sogar die Vorteile des kalten Wetters. „Weil es nicht so voll ist, hat man genügend Platz auch einfach ‘mal in Ruhe an den einzelnen Ständen zu stöbern“, so Gabi. Nicht ganz so begeistert war ein anderer Besucher. „Mir fehlt ein bisschen der österliche Charakter. Es ist zum Beispiel kaum etwas geschmückt und es werden wenig Pflanzen angeboten“, sagte er kritisch.

Passend zum verkaufsoffenem Sonntag ließ sich gestern dann auch noch einmal die Sonne und damit auch die Besucher blicken.

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