Bundestagswahl

Jürgen Preuß möchte den Wahlkreis 113 für die SPD gewinnen

Jürgen Preuß, SPD-Bundestagskandidat für den Redaktionsbereich Rheinberg, im dem Markt in Rheinberg, 9. 9. 2017, Foto Wolfgang Krause

Foto: Wolfgang Krause

Jürgen Preuß, SPD-Bundestagskandidat für den Redaktionsbereich Rheinberg, im dem Markt in Rheinberg, 9. 9. 2017, Foto Wolfgang Krause Foto: Wolfgang Krause

Kamp-Lintfort.   Jürgen Preuß (SPD) strebt die Mehrheit der Stimmen an – und damit das Direktmandat für den Bundestag. Dazu zieht er gerne von Haustür zu Haustür.

Jürgen Preuß meint es ganz ernst mit seiner Kandidatur für den Bundestag. „Wir haben den Wahlkreis zweimal verliehen. Jetzt wollen wir ihn wiederhaben“, erzählt der SPD-Mann gern, wenn er nach seinem persönlichen Ziel am Abend des 24. September gefragt wird. Über den Weg dorthin macht er sich keine großartigen Gedanken. Ob sein Listenplatz 37 zieht oder nicht, ist ihm egal: „Ich hole den Wahlkreis direkt.“

Dabei bedient er sich aber durchaus einiger Gedankenspiele. „Ich gehe davon aus, dass die FDP ein deutlich besseres Ergebnis erzielt als bei der vorigen Wahl. Das hilft mir, weil sie der CDU die Erststimmen klaut. Aber ich kann mich natürlich nicht vom Bundestrend meiner Partei abkoppeln.“

Um das wenigstens teilweise zu schaffen, legt sich der 54-Jährige Diplom-Betriebswirt, der bei der Polizei des Landes arbeitet, ins Zeug – mit vielen Informationsständen, mit Haustürbesuchen, mit der Teilnahme an Podiumsdiskussionen. „Aber eigentlich ist das nicht so mein Ding: Ich bin lieber mittendrin im Geschehen.“ Dabei erzählt er dann gerne von seinem Motto „Typisch Niederrhein“. „Ich habe eine Idee für die Region. Ich glaube, dass der Niederrhein mehr kann als das, was von uns in Berlin präsentiert wird.“

Er sei von Herzen Niederrheiner, könne sich nicht vorstellen, dauerhaft von der Region entfernt zu sein. „Meine Basis ist hier und wird es auch immer bleiben. Wir haben eine sehr beeindruckende Landschaft. Und der Niederrheiner neigt nicht zum Überschwang, ist vorsichtig, abwartend, aber sehr verlässlich, wenn er erst einmal dabei ist.“

Diese Mentalität will Preuß transportieren. „Ich versuche, nah bei den Menschen zu sein, thematisiere den Strukturwandel. Wir haben Zehntausende Arbeitsplätze in der Industrie verloren. Wir kämpfen um Logistiker, aber auch um Firmen, die das gesamte Spektrum des Arbeitsmarkts abbilden bis hin zur Beschäftigung von Akademikern.“ Auch der Tourismus biete Chancen, ebenso wie „viele interessante Mittelständler mit herausragender Stellung im Markt. Wir müssen in die Infrastruktur, auch in die digitale, in öffentliche Gebäude investieren. Aber wir dürfen auch nicht den ländlichen Raum nicht vergessen.“ In manchen Gegenden gebe es nicht mehr die Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. „Da brauchen wir Initiativen, die helfen. Und wir brauchen einen gestärkten öffentlichen Personennahverkehr, um uns unabhängiger vom Individualverkehr zu machen.“

Was passiert, wenn es am Wahlabend nicht gereicht hat für das Bundestagsmandat? „Dann rufe ich am 25. September im Büro an und sage, dass ich gleich vorbeikomme.“

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