Umwelt

Kein Herbizidverbot in Rheinberg, Alpen, Sonsbeck, Xanten

ARCHIV - Ein Bauer besprüht am 09.08.2009 unweit der Windmühle von Klütz (Mecklenburg-Vorpommern) sein Feld. Zum Beginn der Getreideernte in Mecklenburg- Vorpommern hat der BUND erneut ein Verbot von Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln gefordert. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (zu dpa "Umweltverband dringt weiter auf Verbot von Glyphosat" vom 11.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - Ein Bauer besprüht am 09.08.2009 unweit der Windmühle von Klütz (Mecklenburg-Vorpommern) sein Feld. Zum Beginn der Getreideernte in Mecklenburg- Vorpommern hat der BUND erneut ein Verbot von Glyphosat in Pflanzenschutzmitteln gefordert. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (zu dpa "Umweltverband dringt weiter auf Verbot von Glyphosat" vom 11.07.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Alpen/Rheinberg/Sonsbeck/Xanten.  Bei der Pflege und Bewirtschaftung ihrer Flächen verzichten Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten auf den Einsatz von Herbiziden. Stattdessen setzten sie zumeist auf konventionelle Lösungen wie heißen Dampf oder heißes Wasser, um Unkraut zu bekämpfen. Anders sieht es hingegen für verpachtete Flächen aus.

Hier gelten vielerorts noch alte Verträge, die, wenn überhaupt, erst sukzessive angepasst werden sollen. „Ein Einsatz von Glyphosat oder anderen Herbiziden/Pestiziden ist nicht ausgeschlossen“, sagt Angelika Eckel vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) im Kreis Wesel.

Keine wirkungsvolle Kontrolle

So ist es in Xanten der Fall. Rheinberg hingegen sieht wegen der kleinen Flächenzuschnitte keine Erfolgschancen: „Ein Verzicht auf Glyphosat nur bei den städtischen Flächen würde zu keiner nachhaltigen Verbesserung für die Umwelt führen“, heißt es in einer Stellungnahme an die Redaktion.

Mit dem Thema würden sich viele Kommunen schwertun, sagt Eckel. „Es wird darauf hingewiesen, dass ein Verbot von Insektiziden nicht wirkungsvoll kontrolliert werden könne.“ Für die Bund-Mitarbeiterin ist das Argument vorgeschoben, da dies auch für viele Gesetze und Vorschriften gelte. „Es geht um öffentliches Land, das den Bürgern der Kommunen gehört.“ Ein Einsatzverbot in den Verträgen hätte Signalcharakter. Ein Rückgang sei unabdingbar, um die Artenvielfalt zu retten.

So sieht es in den einzelnen Kommunen aus:

Xanten

Die Stadt selbst verzichtet auf ihren eigenen Flächen auf Glyphosat und setzt vor allem Heißwassergeräte und Flämmgeräte ein. Bei verpachteten Flächen könne sie über den Vertrag Einfluss nehmen, schreibt die Stadt in einem Bericht an den Grünen-Ratsvertreter Eberhard Ritter. Aber das dauert, auch wenn der Rat schon im Oktober 2018 Auflagen für eine umweltgerechte Bewirtschaftung befürwortet hatte. Denn bislang seien keine neuen Pachtverträge für landwirtschaftlich genutzte Flächen geschlossen worden, schreibt Stefan Roeloffs vom Fachbereich Grundstücksmanagement der Stadt. „Insofern wurde auch noch keine angepasste Regelung erstellt.“

Rheinberg

Bei den eigenen Flächen arbeitet der Dienstleistungsbetrieb mit Heißwassersystemen. Bis auf einige Ausnahmen hat die Stadt die 33 Hektar Ackerland in ihrem Eigentum verpachtet. In den überwiegend sehr alten Verträgen mit den Landwirten steht kein Pestizidverbot. Eine Gesprächsrunde im Nachgang einer Umfrage über den Einsatz oder den Verzicht auf umweltschädigende Mittel habe das Thema, wie Anja Middeldorf vom Fachbereich Immobilienwirtschaft schreibt, „zum Teil sehr kontrovers diskutiert“.

Ein Ergebnis war, dass auch künftig Glyphosat nicht verboten wird. „Die Stadt verpachtet überwiegend kleinteilige Flächen, die aber unter Hinzuziehung umliegender Flächen von den Landwirten im Zusammenhang bewirtschaftet werden. Ein Verzicht auf Glyphosat nur bei den städtischen Flächen würde zu keiner nachhaltigen Verbesserung für die Umwelt führen und würde den Flächenzusammenhang so nachhaltig stören, dass eine Bewirtschaftung unmöglich gemacht würde.“

Sonsbeck

Die Unkrautvernichtung auf selbst bewirtschafteten Flächen erfolgt thermisch und mechanisch. Nur auf kommunalen Rasensportplätzen setzt ein Fachunternehmen bei Bedarf zugelassene, nicht-bienengefährdende Unkrautvernichtungsmittel ein. „In den bestehenden Pachtverträgen über die circa zehn Hektar verpachtete gemeindeeigene landwirtschaftliche Flächen gibt es derzeit keine Regelungen über Einsatz oder Verbot von Pestiziden.“ Die Gemeinde wolle aber bei Neuverträgen oder bei einer Verlängerung bestehender Verträge prüfen, wie dort Auflagen zu einer umweltgerechten Bewirtschaftung der Flächen aufgenommen werden können, erläutert Manfred van Rennings vom Fachbereich Personal und Service.

Alpen

Auch hier wird Unkraut weitgehend mit alternativen Techniken wie Heißwassergeräten bekämpft. Den Einsatz von insektengefährdenden Stoffen will die Gemeinde durch neue Techniken wie Infrarot weiter reduzieren. Private Dienstleister werden ebenfalls dazu verpflichtet. Auch bei gemeindeeigenem Ackerland soll auf Pestizide wie Glyphosat möglichst verzichtet werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben