Schützenverein

Es gibt in Bönninghardt keinen Nachfolger für König Erwin

Auf ein Thronbild müssen die Bürgerschützen diesmal verzichten. Erwin und Brigitte Itgenshorst sind samt Gefolge in den Adelsruhestand gewechselt.

Auf ein Thronbild müssen die Bürgerschützen diesmal verzichten. Erwin und Brigitte Itgenshorst sind samt Gefolge in den Adelsruhestand gewechselt.

Foto: Ostermann, Olaf (oo) / Ja

Bönninghardt.  Zwei vergebliche Aufrufe: Dem BSV Bönninghardt-Vierquartieren gehen die Königsaspiranten aus. Ablauf des Schützenfests am Wochenende ändert sich.

Der Bürgerschützenverein (BSV) Bönninghardt-Vierquartieren muss in den kommenden zwei Jahren ohne König auskommen. Beim Wettkampf auf dem idyllischen Schießstand in der Leucht war am Sonntagabend kein Schütze bereit, dem Vogel den Garaus zu machen, um die Nachfolge von Erwin Itgenshorst anzutreten. Er hat das Königssilber zwei Sommer lang getragen und wechselt nun definitiv samt Throngefolge in den Adelsruhestand.

„Man ist schon enttäuscht“

Nachdem die Preisträger ermittelt waren, trat um 19.30 Uhr Präsident Thomas Teurlings erstmals vor die Schützenschar und formulierte seinen Appell „Königsaspiraten vortreten!“ Doch es kam, wie es wohl kommen musste. Sein Ruf blieb unerhört. „Nach den vielen Gesprächen, die wir im Vorfeld geführt haben, war das für mich nicht mehr so überraschend“, sagte Teuerlings. „Aber ich gebe gerne zu, dass man schon enttäuscht ist, wenn niemand den Mut findet.“

Trotzdem unternahm der Präsident um 20.07 Uhr – es hätte unter Flutlicht geschossen werden müssen – einen zweiten Anlauf, doch noch mindestens einen Aspiranten zum königlichen Finale an die Vogelstange zu bewegen. Vergeblich. Das drückte naturgemäß auf die Stimmung, das Preis- und Königsvogelschießen endete frühzeitig, der Abend im Wäldchen war früher vorbei als sonst, die Festgesellschaft löste sich auf.

BSV Bönninghardt-Vierquartieren ist Kummer gewohnt

Es war nicht das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass der 134 Jahre alte, aber recht kleine Verein, der nicht ganz 100 Mitglieder hat, ohne Regentschaft durchs Jahr kommen muss. „Wir sind Kummer gewohnt“, sagte Präsident Teurlings im Gespräch mit der Redaktion, „aber selbstverständlich werden wird die Köpfe nicht in den Sand stecken.“

Dabei schießen die Bürgerschützen von 1885 seit 2015 nur noch alle zwei Jahre ihren König aus. „Wir haben uns als kleiner Verein damals vor allem aus finanziellen Erwägungen heraus entschlossen, nicht jedes Jahr zu feiern“, erläuterte Teurlings. Einen Motivationsschub für Königsbewerber hat das offenkundig nicht gebracht.

Ablauf des Schützenfestes ändert sich

Die repräsentative Lücke hat leichte Änderungen des Programmablaufs für das weitere Fest zur Folge. Am Samstag, 21. September, treten die Schützen erst um 18 Uhr an, drei Stunden später als üblich. Denn der Schützenumzug zum Abholen des Königs fällt aus. Anstelle des Galaabends wird von 20 Uhr an ein Schützenball gefeiert. Das Programm bleibt aber im Wesentlichen unverändert. Auch der „Bunte Nachmittag“ am Sonntag, 22. September, wird mit umfangreichem Programm unverändert stattfinden.

Trotzdem gab es Grund, zahlreichen Siegern zu gratulieren. Die Preisträger der verschiedenen Veranstaltungen beim Preisschießen sind bei den Schützen: Hannah Völkel, Doris Lünners, Rainer Esselborn und Kerstin Pattberg. Preisträger der Ehrenmitglieder sind Siegfried Junge und Willi Esselborn. Beim Jugendschießen holten Julius Klammer, Julian Esselborn und Julia Klammer die Preise. Die Kinderschützen werden vom König Felix Krümmling und seiner Königin Lisa Nießing regiert. Würfel-König ist Benjamin Scharf geworden, mit Königin Annabel Borcher an seiner Seite.

Bei der vierten Bönninghardter Kinderolympiade kamen folgende Teilnehmer auf das Siegerpodest: Felix Krümmling, Julius Klammer und Julia Klammer und sicherten sich somit eine Medaille.

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