Kinderschutz

Kinder sollen sicher aufwachsen

Pfarrsekretärin Nathalie Heilen, Pastoralreferentin Gertrud Sivalingam und Pfarrer Günter Hoebertz überreichen Bürgermeister Heiko Schmidt das ISK .

Foto: M.Kluck

Pfarrsekretärin Nathalie Heilen, Pastoralreferentin Gertrud Sivalingam und Pfarrer Günter Hoebertz überreichen Bürgermeister Heiko Schmidt das ISK . Foto: M.Kluck

Sonsbeck.   Die Sonsbecker Pfarrei St. Maria Magdalena geht mit einem Schutzkonzept in die Offensive. Dabei geht es um Prävention sexualisierter Gewalt.

„Wir nutzen Machtpositionen nicht aus“. Und: „Grenzverletzungen müssen thematisiert werden und dürfen nicht übergangen werden.“ Das sind nur zwei Punkte des Verhaltenskodex’ der Sonsbecker Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena.

Maßnahmen zur Prävention

Der Verhaltenskodex ist Teil des Institutionellen Schutzkonzepts (ISK), das Pfarrer Günter Hoebertz gestern Bürgermeister Heiko Schmidt überreicht hat. In diesem Schutzkonzept geht es unter anderem darum, Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder wie Jugendliche und grenzverletzenden Verhaltens zu bündeln. So werden etwa gemeinsam mit Mitarbeitern, Eltern und Kindern Regeln zum Umgang miteinander beschlossen. Sei es im Kindergarten, in der Schule oder im Rahmen der allgemeinen Kirchenarbeit. Die kleine Sonsbecker Gemeinde ist die erste Gemeinde am Niederrhein, die das ISK im Auftrag des Bistums Münster ausgearbeitet hat und öffentlich präsentiert.

Ein Konzept, das vor eineinhalb Jahren seinen Anfang genommen hat und jetzt von den Verantwortlichen vorgestellt worden ist. „Nach den Missbrauchsskandalen ist jede Gemeinde aufgefordert, sich damit auseinanderzusetzen und es möglichen Tätern, innerhalb und außerhalb der Kirche, schwer zu machen“, sagt Günter Hoebertz. „Dass Kinder bei uns sicher aufwachsen und Kinderrechte generell geachtet werden, ist auch ein großes Interesse unserer Kommune“, sagt Bürgermeister Heiko Schmidt.

Sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Kinder und Jugendlichen, die im Rahmen der Kirchenarbeit betroffen sind, sei es wichtig, „dass die Kirchenarbeit transparent nach Außen kommuniziert wird und die Sensibilisierung eine große Rolle spielt“, sagt Pastoralreferentin und Präventionsbeauftragte Gertrud Sivalingam. „Außerdem müssen wir potentiellen Tätern zeigen, dass sie bei uns keine Chance haben – wir darauf achten, wer bei uns arbeitet.“ Man habe sich natürlich schwer damit getan, so Sivalingam, was in den Verhaltenskodex aufgenommen wird. Denn durch die Verhaltensregeln sei sowohl die Seelsorge als auch die zwischenmenschliche Arbeit schwieriger. „Es geht aber auch darum, beide Seiten zu schützen“, sagt Gertrud Sivalingam. Sowohl die (ehrenamtlichen) Mitarbeiter, aber auch die Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern.

Bürgermeister Heiko Schmidt begrüßt die Offensive der Pfarrgemeinde. „Als Vater und ehemaliger Polizist aber auch wir als Gemeinde haben den Wunsch und die Anforderung, dass Kinder bei uns sicher aufwachsen.“

Kurze Beschwerdewege

Das Konzept soll daher auf kurze Beschwerdewege hinweisen. Aushänge in der Gemeinde und im Rathaus sollen im Verdachtsfall weiter helfen und Ansprechpartner nennen. Zukünftige Mitarbeiter, sei es haupt- oder ehrenamtlich, werden zukünftig regelmäßig an Schulungen teilnehmen – die persönliche Eignung immer wieder überprüft.

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