Freizeit

Kino-Event in Alpen: Wenn Trecker rhythmisch im Takt hupen

Treckerkino in Veen, der KLJB sehr viele Generatoren mussten für den Sound und die riesigeLeinwand laufen

Treckerkino in Veen, der KLJB sehr viele Generatoren mussten für den Sound und die riesigeLeinwand laufen

Foto: Ostermann, Olaf (oo)

Alpen-Veen.Wer hat‘s gemacht? Die Veener Landjugend. Und das zum zweiten Mal. Die Rede ist vom Treckerkino auf der Wiese von Landwirt Theo Scholten, die ein unvergesslicher Kinoerlebnis bescherte.

Bereits ab 17 Uhr steuerten die unzähligen Treckerfahrer die Wiese hinter dem Spargelhof Schippers an. In Reihe und Glied platzierten sich die PS-starken Gefährte. Ein leichtes Rund, akkurat aufgestellt, das noch am Abend zur Augenweide werden sollte. Auf der über 60 Quadratmeter großen LED-Leinwand flimmerte mit einsetzender Dunkelheit die Komödie „Plötzlich Familie“ bis hoch in die letzte Reihe. Aber zwischendrin musste Zeit für eine Pause sein, bevor es dann mit Peter, Ellie und den drei Pflegekindern zielsicher auf ein akzeptables Happy-End zusteuerte.

Nach dem Rudelgucken stieg die After-Kino-Party. Für riesigen Spaß sorgte allerdings die Zeit vor Filmbeginn. Die Ansammlung von Treckern präsentierte sich nämlich besser als jede landwirtschaftliche Ausstellung, weil historische wie junge Fahrzeuge Seite an Seite standen. Der abendliche Gesprächsstoff war sicher. Das Rahmenprogramm steuerte Moderatorin Andrea Franke mitsamt einem Kamerateam bei. Stimmungsvolle Bilder von der gesamten Fläche ermöglichte ein Kamerateam mit der Drohne. Gänsehautfeeling pur. Die Treckerhupen dröhnten beim Countdown zum Filmstart rhythmisch im Takt, die Palvarlampen auf den Treckerkabinen drehten sich fast schwindelig.

Wer nicht mit dem Trecker gekommen war, sicherte sich in den Strohburgen sein warmes Plätzchen und richtete sich auf abendliche Romantik inklusive Sonnenuntergang ein. „Wir haben mit rund 50 Leuten die Aufbauten gemacht“, sagte Lukas Hegmann, Chef der Landjugend. Aus Niedersachsen brachte er die Idee mit. Gemeinsam wurde gefeilt, vor zwei Jahren die Premiere gefeiert. Und nun die Zweitausgabe. „Das können nur die Veener“, hieß aus den Zuschauerreihen. „Hut ab“, meinte Heinz Ermen, der seinen Enkel Leo (10), dessen Freund Jan (14) Wanitschke mit Opa Günter auf den Hänger gepackt und sich von Saalhoff aus auf den Weg gemacht hatte. Jan und Leo genossen ihre Logenplätze, die beiden Großväter Günter und Heinz die Gesamtatmosphäre.

Mit zu den Herausforderungen gehörte, „das Ganze zu koordinieren. Die Erfahrungen von vor zwei Jahren zahlen sich aus“, sagt Georg Keisers von der Landjugend. Die Mischung machte den Abend auf freiem Feld zum besonderen Erlebnis, Marke Mega-Kulisse. Und bei Regen? „Das können wir Veener ab“, so Hegmann. „In Veen regnet es dann eben nicht.“

Klarer Fall von direktem Draht zu Petrus. „Allerdings könnten wir eine solche Veranstaltung nicht machen, wenn wir nicht die großartige Unterstützung von Sponsoren hätten. Das alles gibt uns die Motivation“, sagt Hegmann.

Für Maren Conrad (19), ebenfalls bei der Landjugend engagiert, ist das Treckerkino auch das Ergebnis von Zusammenhalt auf dem Dorf, für den Veen bekannt ist. „Es ist der Wahnsinn, was wir erleben. Erst Gänsehaut beim Sonnenuntergang und dann die Luftaufnahmen von den ganzen Treckern“, freute sie sich. 2021 geht es mit dem Treckerkino weiter.

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