Musik

Rheinberg: Klavierkonzert von Liebe getragen

Das Duo Adamé mit Vitali Nekhoroshev und Violina Petrychenko gab ein Konzert anlässlich des 200. Geburtstags von Clara Schumann in der Stadthalle.

Das Duo Adamé mit Vitali Nekhoroshev und Violina Petrychenko gab ein Konzert anlässlich des 200. Geburtstags von Clara Schumann in der Stadthalle.

Foto: Mischa Blank Photography

Rheinberg.  Das Duo Adamé ehrte in der Stadthalle die Beziehung von Clara und Robert Schumann.

Mit „Sie liebten sich beide“ eröffnete das Duo Adamé den Konzertabend „Geliebte Clara“ der Musikalischen Gesellschaft. Violina Petrychenko (Klavier und Moderation) und Vitalii Nekhoroshev (Klarinette) spielten in der Stadthalle ein zauberhaftes Konzert anlässlich des 200.

In ihrer Beziehung zu Robert Schumann ging es anfangs um Bewunderung und Sympathie, später um Liebe. Die drei Romanzen op. 94 ihres Ehemannes waren ein Weihnachtsgeschenk an Clara Schumann. Heitere Gelassenheit war in den Stücken ebenso zu hören, wie leichte Unsicherheiten, denn Claras Vater hatte den Kontakt der beiden zuvor untersagt.

Aufgrund eines gelähmten Fingers konnte Schumann nur noch komponieren. Es entstanden Perlen der Klaviermusik, wovon Violina zusätzlich zum Programm zwei Fantasiestücke für Klavier op. 12 spielte. Sie zeigten die zwei Seiten Schumanns, die melancholische in „Des Abends“ und einen aufgeregten „Aufschwung“, in den er seine nicht gelebte Liebe legte, in die er dennoch Hoffnung setzte. „Die Liebe siegte“, verkündete Violina erfreut. 1840 durfte das Paar nach langem Kampf und Gerichtsverfahren heiraten. In allen Facetten der romantischen Musik erstrahlte die Virtuosität des Duos Adamé, Schumanns drei Fantasiestücke op. 73 zeigten verschiedene Gefühle des poetischen Künstlers. Anfängliche Traurigkeit wechselte zu Fröhlichkeit, Leichtigkeit bis hin zur Glückseligkeit.

Johannes Brahms unterstützte Clara Schumann

Felix Mendelssohn-Bartholdy war oft Gast im Hause Wieck. Das Duo Adamé sah sein Frühlingslied „Lied ohne Worte“ als Gegensatz zum ungemütlichen Herbstwetter. Die brillante Konzertpianistin und exzellente Komponistin Clara Schumann hat auch ernste Musik technisch schwer komponiert. Ihre „Drei Romanzen op. 22“ setzte das Duo einwandfrei und sehr gefühlvoll um.

Nach dem Tod ihres Mannes arbeitete Clara weiterhin erfolgreich auf der Bühne und als Klavierpädagogin. Sie wurde dabei unterstützt vom Freund der Familie, Johannes Brahms, in dessen Sonate für Klarinette und Klavier op. 120 Nr. 2 Es-Dur die „Bereitschaft einander zu helfen“ floss. Das Stück war als Happy End eines Lebens wie eines Konzerts wunderbar geeignet. Als virtuose Zugabe diente der „Ungarische Tanz“ von Brahms. Nicht enden wollender Applaus forderte das Duo Adamé zu einer letzten, sehr bekannten Clara-Romanze heraus.

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