Theater

Komödie in Alpen: Das absurde letzte Abendmahl

Veen - Theater Spiellust - Probe im Keller von Ludger Terlinden Ein großer Aufbruch - der Tod ist ein schlechter Witz wie immer sehr turbulent und mit ganz persönlichen Explosionen hier von links Hans West, Simone Gietmann, Thomas Bruns - Heiwegen, Maike Wördehoff, Regine Meyring und Jana Polm

Veen - Theater Spiellust - Probe im Keller von Ludger Terlinden Ein großer Aufbruch - der Tod ist ein schlechter Witz wie immer sehr turbulent und mit ganz persönlichen Explosionen hier von links Hans West, Simone Gietmann, Thomas Bruns - Heiwegen, Maike Wördehoff, Regine Meyring und Jana Polm

Foto: Fischer, Armin (arfi)

Alpen.  in der absurden Komödie von Magnus Vattrodt: „Ein großer Aufbruch – Der Tod ist ein schlechter Witz“, geht es um Sterbehilfe.

Ich bin immer auf der Suche nach Stücken, in denen ernste Aspekte und Komödiantisches aufeinander treffen“, sagt Ludger Terlinden, Regisseur der niederrheinischen Theatergruppe „SpielLust“. Schenkelklopfer und plumpe Schoten mag der Veener nicht. Er möchte mit seinem Ensemble nicht nur unterhalten, sondern das Publikum zum Nachdenken anregen, gerne auch über den Schluss­applaus hinaus. „Man sollte seinen Verstand dabeihaben, das ist kein Ohnsorg-Theater“, rät Terlinden augenzwinkernd.

Die qualitative Grundlage dafür ist bei dem aktuellen Stück „Ein großer Aufbruch – Der Tod ist ein schlechter Witz“ durchaus gegeben. Denn in der absurden Komödie von Magnus Vattrodt, die als preisgekröntes Fernsehspiel mit Hannelore Elsner in der weiblichen Hauptrolle ein Millionenpublikum begeisterte, geht es um Sterbehilfe.

"Kriege ich das mit meinen Leuten optimal besetzt?"

Der ehemalige Entwicklungshelfer Holm lädt Familie Freunde und Ex-Gattin ein, um ihnen zu eröffnen, dass er krebskrank ist und freiwillig aus dem Leben scheiden möchte. Eine moralisch-ethische Grundsatzdiskussion über das Thema Sterbehilfe erwartet den Besucher deshalb aber keineswegs. „Es ist ein sehr vielschichtiges Stück. Es geht unter anderem darum, wie man innerhalb der Familie damit umgeht, dass der Vater Sterbehilfe in Anspruch nehmen will, ohne es vorher zu besprechen“, erklärt Maike Terlinden. Besagte Familie sieht es gar nicht ein, mit Holm zu trauern oder gar dessen erfolgreiches Leben zu huldigen.

Stattdessen werden alte Wunden schmerzhaft aufgerissen, mit bissigen Dialogen voller Ironie und schwarzem Humor. „Gelegentlich dürfte dem Zuschauer dabei das Lachen im Hals stecken bleiben“, mutmaßt Regisseur Terlinden. Ein Grund dafür ist seine Herangehensweise bei der Inszenierung: „Die Dialoge sind grundsätzlich vorgegeben, aber die Charakterzüge der Figuren lassen sich unterschiedlich definieren, man kann sie schärfer machen oder nicht.“ Darstellerin Regine Meyering wir deutlicher: „Unser Regisseur gehört eher zu den Schärferen.“ Die richtige Schärfe entsteht erst durch die Rollenverteilung, schließlich spielt ein Pinscher keinen Kampfhund. Für Terlinden hat dieser Punkt daher oberste Priorität: „Wenn ich ein Stück lese, habe ich bereits die Rollenverteilung im Kopf. Ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl lautet daher: Kriege ich das mit meinen Leuten optimal besetzt?“

Dass dies wieder der Fall ist, davon darf sich das Publikum erstmals am 5. Oktober im Pädagogischen Zentrum Alpen überzeugen.

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