Wegen Corona

Konzert: Hoffnung wird in der Küche in Alpen zubereitet

Judy Bailey und Patrick Depuhl wollen nach Noten Hoffnung machen. Auch ihre Söhne Levi, Noah und Jacob spielen mit.

Judy Bailey und Patrick Depuhl wollen nach Noten Hoffnung machen. Auch ihre Söhne Levi, Noah und Jacob spielen mit.

Foto: Fischer, Armin ( arfi ) / Fischer, Armin (arfi )

Menzelen. In Pandemie-Zeiten steht auch das öffentliche Kulturleben still. Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte sind abgesagt. Dass mussten auch Judy Bailey und Patrick Depuhl erfahren. Doch statt sich zu ärgern, suchte die Familie aus Menzelen nach einer Lösung. „Wir haben uns gesagt: Wir sind trotzdem nicht abgemeldet! Und die Musik erst recht nicht. Ganz im Gegenteil: Hoffnungslieder sind angesagter als je zuvor“, erklärt Depuhl.

Er hatte die spontane Idee, mit den Kindern ein Konzert daheim in der Küche zu spielen und es via Facebook in die Welt hinaus zu tragen. „Hopesongs aus unserer Küche“ nannten sie das. Judy Bailey war sofort begeistert. Schließlich ist die Musik für sie und ihren Mann nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Depuhl: „Menschen zusammenzubringen, sie zu trösten und ihnen Mut zuzusprechen, ist in diesen Tagen noch wichtiger als sonst. Was zählt, ist die Nähe.“

Den Menschen Nähe vermitteln

Das wirkt auf den ersten Blick widersinnig. Denn das Publikum verfolgt den Auftritt zumeist daheim an den Handys und Tablets. Doch die Aussage trifft doch den Kern. „Die Musik aus unserer Küche zu verfolgen und die Möglichkeit, direkt seine Meinung dazu abzugeben, vermittelt den Menschen Nähe“, erklärt Depuhl.

Und dann, zur besten Konzertzeit um 19.30 Uhr, war es so weit. Innerhalb von nur 24 Stunden hatten sich mehr als 6000 Menschen den eingespielten Clip angesehen. Die Kommentare waren nicht nur durchweg positiv, sondern kamen aus der ganzen Welt. „Wir erhielten Nachrichten, Dank und Ermutigung aus der Schweiz und Italien, aus Dänemark und Griechenland, England, Irland, Lettland und aus Panama, den USA, aus Südafrika und Tansania.“ Unmittelbare Nachbarn und Freunde waren dabei ebenso wie „Menschen, die wir einmal bei Konzerten und auf Touren getroffen hatten und sicherlich auch neue Freundinnen und Freunde“, erzählen Bailey und Depuhl erfreut.

Spontan und echt

Die Initiative machte auch anderen Mut und war Startschuss für eine einzigartige Reihe. Den nächsten Abend gestaltete Leroy Johnson aus Leeds (Mitglied der Bailey-Band) zwei Songs aus seiner Küche. „Am dritten Abend haben wir uns wieder zugeschaltet mit unseren drei Jungs, um alte und neue Songs zu singen“, so Depuhl, der mit seiner Idee einen Stein ins Rollen gebracht hat.

Befreundete Künstler an anderen Küchentischen übernahmen – aus München und Köln, aus Kolumbien und Pakistan. Motto: „International und nah. In der Küche wird Hoffnung zubereitet. Live, in Farbe, spontan und in echt.“ Gesendet wird immer auf der Facebook-Seite des jeweiligen Künstlers. Eine Musikrichtung ist nicht vorgegeben. Es gilt: Erlaubt ist alles, was Menschen ermutigt und Hoffnung macht. Wann das nächste „Küchenkonzert der Hoffnung“ beginnt steht auf der Facebook-Seite www.facebook.com/judybailey.

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