Kunst

Kultur hautnah

Heiko Bloemers begeisterte im Zuff mit seinem Gitarrenspiel.

Foto: Christoph Karl Banski

Heiko Bloemers begeisterte im Zuff mit seinem Gitarrenspiel.

Rheinberg.   Mit „Kultur Slam“ beschritten die Veranstalter im Zuff neue Wege. Und boten einen abwechslungsreichen, spannenden Abend.

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.„Wimmeln Sie das Ungeziefer einfach ab!“ Wenn Realität und Traum nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind, dann ist die Singularität erreicht. Hört sich absurd an? Auf jeden Fall! Denn Absurdität ist das Hauptwerkzeug des surrealen Theaters. Die Laiengruppe „Farbwerk“ präsentierte am Freitagabend im Zuff den inneren Kampf eines psychisch labilen Patienten, der sich auf Befehl seines Therapeuten mit seinen Traumfiguren auseinander setzten musste. Ein verzweifelter Maler, dessen größtes Problem die Sucht nach Farben ist, ein Mann, der sich plötzlich für eine ekelige Schabe hält und ein ungleiches Büropärchen, das sich über Ordnung streitet. Die Akteure fanden im Laufe des Stücks zueinander und warteten gemeinsam an einer Bushaltestelle auf das Ende.

Das verwirrende Schauspiel entsprang den Köpfen von Marvin Baudewig und Steffen Sulzbacher. „Am Anfang stand die Idee, ein Theaterstück über ein Theaterstück zu machen und durch Brainstorming sind wir dann auf den Traumkonflikt gekommen.“, erklärt Steffen Sulzbacher nach seinem Auftritt.

Allein dieses Stück könnte als vollwertige Kulturveranstaltung gewertet werden, doch die Jungs vom Zuff hatten an diesem Abend noch weit mehr geplant. Im Rahmen eines „Kultur Slams“ gestaltete sich der Abend zu einem Feuerwerk aus Inspiration und Spontaneität. Heiko Bloemers zeigte den Besuchern der gut besuchten Konzerthalle, was es mit „Percussive Fingerstyle Acoustic Guitar“ auf sich hat. „Der spielt Gitarre, wie Klavier mit zehn Fingern“, sagte Sayed Salah, der sich um die Bühnentechnik kümmerte und zusammen mit Renan Cengiz durch die Nacht führte. Immer wieder erfreute Heiko das Publikum mit seiner experimentellen Spieltechnik, die dem klassischen Spiel einen einzigartigen Klang entgegensetzte.

Dichter, Literaten und Musiker

Der freie Künstler Renan Cengiz aus Rheinberg offenbarte mehrfach seine Rapkünste und holte Leute auf die Bühne, die ihm mit weißen Pappmasken als Backgroundtänzer dienten. So richtig konfus war der Kunstfilm von „JnMddldrf“ alias Jan Middeldorf. Ein bildgewaltiger Psychotrip mit Sätzen wie: „Das Gelände ist zugeschmiert mit christlichen Figuren“. Acht Minuten tauchten die Zuschauer in eine Art Fiebertraum ein.

Abgerundet wurde dieser Kunstrausch mit einer offenen Bühne für PoetrySlammer, Dichter, Literaten und Musiker aus dem Publikum. Zu dieser Zeit hatte sich die Anzahl der Anwesenden ungefähr halbiert, was eine sehr entspannte und freundschaftliche Atmosphäre entstehen ließ. Die verschiedensten Beiträge wurden vorgestellt. Scheinbar vollkommen spontan trauten sich die Zuff-Besucher auf die Bühne und trugen ihre Texte vor. Eine beeindruckende Resonanz, die allen viel Freude bescherte. Kultur hautnah und persönlich. „Im Mittelpunkt steht der kulturelle Austausch. Kunst kennt keine Grenzen.“, erklärt Cengiz. Der Erfolg der Kultur Slams steht außer Frage.

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