Kunstaktion

Künstler gestalten die Maria-Montessori-Schule in Rheinberg

Corte und Jon Zabalegui arbeiten an der größten Wand der Maria-Montessori-Schule an ihrem Kunstwerk  der Kunstaktion Artlon.

Corte und Jon Zabalegui arbeiten an der größten Wand der Maria-Montessori-Schule an ihrem Kunstwerk der Kunstaktion Artlon.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Rheinberg.  Neun Artlon-Künstler gestalten derzeit sechs Wände der Maria-Montessori-Schule in Rheinberg. Zusammen erzählen die Graffiti eine Geschichte.

Die Hebebühne ist permanent in Bewegung. Erst geht es nach oben, dann ein Stückchen nach links. Repo und Cristian Blanxer greifen zum Pinsel und malen ein paar braune Striche an die Fassade. Schon jetzt lassen sich die Konturen mehrerer Gesichter erkennen. Die beiden Künstler aus Spanien bemalen derzeit eine von sechs Wänden an der Maria-Montessori-Schule in Rheinberg. Die jungen Männer sind Teil des diesjährigen Artlon-Projekts, der Kunstaktion des 20. Music-Art-Project (MAP)-Festivals.

„Das ist eine tolle Aktion und macht sehr viel Spaß“, sagt Cristian Blanxer. Die beiden Spanier machen erstmals beim Artlon mit. Seit Mittwoch bespielen neun nationale und internationale Graffiti-Künstler das Gelände an der Kurfürstenstraße.

Die Schule ist in diesem Jahr Schauplatz der Kunstaktion. „Als wir vor dem Haus standen, war uns klar, dass das die perfekte Kulisse ist“, sagt Mitorganisator Manuel Kutz. Doch einfach so die Graffitis sprayen, ging auch nach der Zusage der Stadt nicht. Vorab mussten einzelne Skizzen sogar mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden, weil der historische Ortskern unter Denkmalschutz steht. Das bedeutete auch, dass eine Balance gefunden werden musste, wie sich die Auflagen des Denkmalschutzes mit der künstlerischen Freiheit verbinden ließen.

Balance ist da das Stichwort, denn die spielt nun auch künstlerisch auf den Wänden eine große Rolle. Der rechte Flügel des Gebäudes soll die junge, der linke Flügel die ältere Generation symbolisieren. Der Haupteingang stellt das Gleichgewicht, eben die Balance zwischen den Generationen dar.

Genau dort am Eingang sind auch die beiden Spanier zugange. Sie vereinen drei Generationen in einer Art Familienportrait. „Wir finden die Idee richtig gut, wenn aus der Schule bei einer Umnutzung ein Haus der Beratung für Jung und Alt werden würde“, so Kutz. Eben das wolle man mit den Graffitis unterstreichen. Drei Kunstwerke entstehen mit Sprühfarben, die anderen klassisch mit Pinsel und Farbrolle.

An der rechten Hausseite hat Künstler Artez bereits einen Kopf an die Wand gemalt. „Er symbolisiert die jungen Menschen“, erklärt Kutz. Geht man weiter ziert an der Rückseite unter anderem ein älterer Herr mit Hut und Pfeife die Hauswand – aufwendig in einer dreidimensionalen Optik.

An der größten Fassade toben sich derweil Corte und Jon Zabalegui aus. In Sichtweite der alten Kellnerei und in der Flucht zum Pulverturm entsteht an dieser Wand eine Würdigung der früheren Generationen. Ein Mann, der in den Spiegel schaut, wird zu sehen sein. Der Kalligrafie-Künstler Zabalegui bringt dazu den lateinischen Spruch „Eram quod es, eris quod sum“ (Ich war, was du bist, du wirst sein, was ich bin) an die Wand. „Wir sind sehr zufrieden. Alle Künstler sind da und die ersten Ergebnisse sehen wirklich klasse aus“, sagt Manuel Kutz.

90 Schüler der Montessori-Schule sind an Bord

Das Artlon heißt in diesem Jahr aber eigentlich „Pirartlon“. Bereits seit Montag entern rund 90 Schüler das Gelände. An Bord ist auch der Caritasverband Moers-Xanten, der zusammen mit den Schulbetreuungen der Grundschule St. Peter und der Schule am Annaberg die Kinder in den Ferien betreut und verschiedene Spiele und Workshops anbietet. Auch einige der Künstler sind im Boot und haben mit den Kindern bereits gesprayt oder einen Kalligrafie-Workshop gemacht. „Für die Kids ist das eine ganz besondere Woche mit Aktionen, die sie so noch nie gemacht haben“, erklärt Teamleiterin Monika van Briel.

Den Artlon-Künstlern kann man auch heute noch bei der Arbeit zu sehen. Nur wenige Stunden braucht es, bis wieder ein großer Teil ihrer detailreichen Kunstwerke an die Fassaden gebracht sind.

Am Samstag wollen sie dann mit ihren Arbeiten komplett fertig sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben