Gesundheit

Lange die Lebensqualität erhalten: Palliativtag in Rheinberg

Möglichst lange selbstbestimmt und in den eigenen Wänden zu leben: Auch dabei hilft Palliativmedizin.

Foto: Mark Bowden

Möglichst lange selbstbestimmt und in den eigenen Wänden zu leben: Auch dabei hilft Palliativmedizin. Foto: Mark Bowden

„Jeder Moment ist Leben“: Das Palliativnetzwerk Niederrhein lädt zum Informationstag am Samstag, 14. Oktober, 10 bis 15 Uhr, im Alte Rathaus ein.

Rheinberg. Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, rückt für Schwerstkranke der Erhalt der Lebensqualität in den Mittelpunkt. Sie wünschen sich, die ihnen verbleibende Lebenszeit in vertrauter Umgebung selbstbestimmt zu verbringen. Genau darum geht es in der Palliativmedizin. Doch oft wissen Betroffene und ihre Angehörigen nicht, welche Angebote es gibt und an wen sie sich wenden können. Unter dem Motto „Jeder Moment ist Leben“ lädt daher das Palliativ-Netzwerk Niederrhein am Samstag, 14. Oktober, von 10 bis 15 Uhr, zum Rheinberger Palliativtag ins Alte Rathaus ein. Der Tag findet im Rahmen der NRW-weiten Hospiz- und Palliativtage statt. Gleichzeitig laufen entsprechende Veranstaltungen in Goch, Geldern und Neukirchen-Vluyn.

„Wir möchten das fünfjährige Bestehen unseres Netzwerks nutzen, um uns mit unseren Partnern einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen“, sagt Dr. Klaus Gollan vom Palliativ-Netzwerk Niederrhein. So haben die Bürger die Gelegenheit, sich bei der Veranstaltung, deren Schirmherrschaft Bürgermeister Frank Tatzel übernommen hat, ausführlich über die Arbeit zu informieren und mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

Auch Vorträge stehen auf dem Programm. Der Rheinberger Arzt Dr. René Simon referiert beispielsweise zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. „Im Anschluss daran haben die Besucher natürlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen“, versichert Gollan.

Ausweis bietet Sicherheit

Zudem wird der „Palliativausweis für den Niederrhein“ vorgestellt, der als Ergänzung zur Patientenverfügung dient. „Dieser Ausweis bietet Sicherheit – sowohl schwerkranken Patienten als auch dem in einer Notfallsituation behandelnden Arzt“, so der Rheinberger Mediziner. Oft lehnen Schwerstkranke eine Krankenhauseinweisung oder andere intensiv-medizinische Maßnahmen ab. Der Ausweis informiert schnell und umfassend über die Wünsche des Patienten, um eine Behandlungsentscheidung in dessen Sinne zu treffen, wenn dieser selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist und eine Patientenverfügung nicht vorliegt. „Optimalerweise tragen Patienten den Ausweis mit sich beziehungsweise bewahren ihn gut auffindbar an stets gleicher Stelle auf“, erläutert Gollan. Erhältlich ist der Palliativausweis beim behandelnden Arzt.

Schon 2010 haben Palliativmediziner, Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pflegeberufe, Psychoonkologen, Apotheken, Hospize sowie ambulante Hospizdienste in den Kreisen Kleve Nord, Kleve Süd sowie Moers und Umgebung ihre Kompetenzen gebündelt und sich zur Palliativ-Netzwerk Niederrhein GmbH zusammengeschlossen. Das Ziel: Gemeinsam wollen sie mit spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (SAPV) die Lebensqualität von Schwerstkranken und Sterbenden verbessern. In enger Zusammenarbeit mit den jeweils behandelnden Haus- und Fachärzten, Pflegediensten und Krankenhäusern werden die Patienten bestmöglich palliativ betreut. Dazu zählt neben einer effektiven Schmerztherapie und Symptomkontrolle auch die Einbindung der Angehörigen beziehungsweise die Berücksichtigung des gewohnten Umfeldes. Dabei ist das Palliativ-Team für die Patienten täglich rund um die Uhr erreichbar.

Doch wer hat wann und wie lange Anspruch auf SAPV? „Jeder Patient mit einer schweren Erkrankung, die zum Tode führt – SAPV beschränkt sich nicht nur auf Krebspatienten “, betont Gollan. Verordnen könne SAPV jeder Haus- und Facharzt, solange es erforderlich ist. Nach Genehmigung übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

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