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Lineg baut Grundwasserpumpanlage in Wallach

Die Pumpanlage in Ossenberg - in Wallach wird eine weitere gebaut.

Foto: Privat

Die Pumpanlage in Ossenberg - in Wallach wird eine weitere gebaut. Foto: Privat

Informationsabend im Gemeindehaus Wallach: Die Wilhelmstraße muss aufgerissen werden. Anliegerbeiträge fallen nicht an.

Rheinberg-Wallach. Einige Wallacher sahen zuerst die Baustellenschilder und Bagger, bevor sie in ihren Briefkästen ein Infoschreiben fanden, dass die Wilhelmstraße aufgerissen wird. Einige Borther waren verunsichert, weil in der Einladung zur Bürgerinformation gestanden hatte, die Planungen für eine Grundwasserpumpanlage an der Wallstraße werde vorgestellt. Es ging aber nicht um die Wallstraße, die in Borth liegt, sondern um die Kreuzung von Wallacher Straße und Wilhelmstraße, die in Wallach liegt. Projektleiter Ralf Kempken von der Linksniederrheinischen Entwässerungsgenossenschaft (Lineg) entschuldigte sich für die Fehler, bevor er die Pläne für das Grundwasserpumpsystem in Wallach im evangelischen Gemeindezentrum vorstellte.

Die zentrale Grundwasserpumpstation liegt gegenüber dem Gemeindezentrum an der Nordseite der Wilhelmstraße. Wie der Projektleiter berichtete, baut das Moerser Bauunternehmen Maas für die Lineg einen Schacht, der neun Meter tief ist. Darin stehen auf dem Boden zwei Pumpen, die bis 2021 zu hohes Grundwasser über den Regenwasserkanal, der sich unter der Straße „Am Deich“ befindet, zum Rhein fördern.

Das Wasser kommt aus Grundwasserrigolen, die von Maas unter Flächen an der Wilhelm-Tell-Straße, der Wallacher Straße und der Mühldorfer Straße verlegt werden. Die Rigolen sind perforierte Stahlrohre, die von Kies und einem durchlässigen Textil umgeben sind. Sie liegen zwischen dreieinhalb und sechs Metern tief unter der Oberfläche. Über die kleinen Löcher der Stahlrohre kann das Grundwasser zur Pumpstation fließen, damit es Keller von unten nicht durchnässt.

Cavity trägt die Kosten

Das Grundwasser bewegt sich allerdings nur, wenn es Rheinhochwasser gibt, wie 1995 gleich zweimal. Damals drang Rheinwasser in das Grundwasser ein und erhöhte dessen Stand. „Wir fangen mit dem System die Grundwasserspitzen ab“, sagte der Referent. „Die Pumpen laufen nur, wenn der Pegel Ruhrort zehn Meter überschreitet. Das entspricht in Wallach neuneinhalb Metern. Zurzeit liegt der Pegel bei dreieinhalb Metern.“ Bis Ende dieses Jahres will das Bauunternehmen Maas das System verlegt und die Straße wieder geschlossen haben, die bis dahin in Teilstücken aufgerissen und verengt sind. Voraussichtlich 2022 verlegt es eine Leitung unter der Wilhelmstraße zum neuen Rheindeich hin, der ein Loch für diese Leitung erhält. Es stellt die Straßen wieder so her, wie sie bislang aussahen. „Ein Ausbau war nicht gewünscht“, berichtete Bürgermeister Frank Tatzel.

Da die Straßen nicht ausgebaut werden, fallen keine Anliegerbeiträge an, nach denen mehrere der 80 Wallacher fragten. Letztlich trägt die Solvay-Tochter Cavity die Kosten, um das Pumpsystem zu bauen und zu betreiben, da Wallach durch den Salzbergbau ganz langsam absinkt, möglicherweise um einen Zentimeter je Jahr – aber das zwei Jahrhunderte lang.

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