Ehrung

Marcel Neilson rettete zwei Menschen vor dem Ertrinken

Marcel Neilson trug sich nun ins Goldene Buch ein. Dahinter (v.l.): Bürgermeister Thomas Ahls und Günter und Monika Helwig von der  DLRG Alpen.

Foto: Jasmin Ohneszeit

Marcel Neilson trug sich nun ins Goldene Buch ein. Dahinter (v.l.): Bürgermeister Thomas Ahls und Günter und Monika Helwig von der DLRG Alpen. Foto: Jasmin Ohneszeit

Alpen.   Der Alpener ist Wasserretter bei der DLRG und hatte im Sommer einen extremen Einsatz. Gestern durfte er sich ins Goldene Buch Alpens eintragen.

Den 19. August 2017 wird Marcel Neilson so schnell wohl nicht mehr vergessen: Eigentlich begann der Tag für den Alpener wie immer. Der ehrenamtliche Wasserretter hatte eine Schicht am Nordseestrand von St. Peter-Ording. „Es war ein stürmischer Tag aber sonst eigentlich ein Tag wie jeder andere auch“, erinnerte sich Neilson. Dann kam es allerdings zum Einsatz. Matthias Hamann, ein Windsurfer aus Hamburg, geriet in Not, als er bei hohem Wellengang unter einem Pfahlbau festhing.

Gestern durfte sich der 29-jährige hauptberufliche Dachdeckermeister ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen und dabei Bürgermeister Thomas Ahls, Mona Helbig und Günter Helbig von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Alpen noch einmal genau berichten, was an jenem Tag im August passiert ist. „Für mich war sofort klar, dass ich dem Verunfallten helfen muss, auch wenn ich solch eine extreme Situation selbst noch nicht hatte“, sagte Neilson.

Seit 12 Jahren ist Neilson ehrenamtlicher Rettungsschwimmer und gilt als einer der erfahrensten in St. Peter-Ording. Jedes Jahr leistet er sechs Dienste in der nordfriesischen Gemeinde ab. „Als Kind habe ich mit meinen Eltern dort schon immer den Urlaub verbracht und Surfen gelernt“, erzählte Neilson. Er kennt also den Ort, den Strand und auch das Meer.

Mit seinem Kollegen Jan Lorenzen begann er die Rettung. Mit dem Jetski versuchten sie erst zu Hamann zu gelangen, der sich an einem Pfahl festklammerte. Aber dann kamen viele unglückliche Umstände zusammen: Der erste Rettungsversuch scheiterte, weil Hamann sich nicht auf dem Jetski halten konnte und so wieder zu den Pfählen trieb. Neilson schwamm zu ihm, um ihn an Land zu bringen und verletzte sich dabei selbst, als er sich an den Holzpfosten festhielt. Auch Neilsons Kollege, ein erfahrener Schwimmmeister, verunfallte und verfing sich mit einem Seil unter dem Jetski und drohte zu ertrinken. Vom Strand aus bekamen die Retter natürlich Hilfe durch zugeworfene Seile. Neilson schaffte es schließlich die beiden und sich vor dem Ertrinken zu retten.

„Ich war völlig überrascht, dass der angeforderte Hubschrauber für mich war, soweit ging es mir doch wieder gut“, sagte der Retter. Hart im Nehmen war er wohl, denn seine Beine und Arme hatten Schürfwunden, der Rippenbogen war blau, also ging es für ihn ins Krankenhaus – als einziger. Der Surfer und sein Kollege mussten ärztlich nicht weiter versorgt werden. „Natürlich wünschen wir uns solche lebensgefährlichen Situationen nicht aber wir sind natürlich sehr stolz, dass ein Mitglied aus unserer Gruppe so gut reagiert und zwei Leben gerettet hat“, sagte Günter Helbig, Leiter der DLRG-Gruppe Alpen.

Man mag meinen, der Rettungsschwimmer habe nun erstmal genug vom Wasser und den ehrenamtlichen Diensten an der Küste. „Ich habe natürlich drüber nachgedacht, dass es auch für mich gefährlich war, aber ich würde es wieder tun.“ Zwischen Weihnachten und Neujahr absolviert Nielson seinen nächsten Dienst als Rettungsschwimmer am Strand von St. Peter-Ording. Von Angst ist jedenfalls nichts zu spüren.

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