Kabarett

Martina Brandl: entspannte Unterhaltung mit Tiefgang

Die Kabarettistin Martina Brandl

Foto: dpa/Horst Galuschka

Die Kabarettistin Martina Brandl Foto: dpa/Horst Galuschka

Vor den 250 Gästen in der Rheinberger Stadthalle gab es von Martina Brandl ein großes Kompliment für das „super Theater“ mit seiner „Symmetrie“.

Rheinberg. In locker-legerer Jeans und Mickey-Mouse-T-Shirt betrat die „Göttin aus Geislingen“, wie die schwäbische Prix-Pantheon-Preisträgerin auch genannt wird, die Bühne der Stadthalle. Vor den 250 Gästen gab es von Martina Brandl ein großes Kompliment für das „super Theater“ mit seiner „Symmetrie“. Die Tatsache, dass die Kabarettistin „nach zwanzig Jahren Kabarett“ unter anderem in Berlin kaum jemand im Publikum kannte und es eher wegen des Abos kam, nahm sie mit Selbstironie. „Ihr seid zwei Monate lang gecastet worden, es gab Gewinnspiele – Glückwunsch.“

Sich selbst auf den Arm nehmen, das war in Brandls Programm „Irgendwas mit Sex“ eine der hervorstechendsten Qualitäten. Warum so wenig Frauen im Kabarett sind – die Antwort lautet schlicht und einfach: „90 Prozent sind schon in Politik und Wissenschaft.“ Und „über Sex redet man nicht – man hat ihn“, pointierte sie. „Es macht mehr Spaß, wenn beide mitmachen“, sagt sie. Frauen, die keine Kinder hätten, müssten sich nicht rechtfertigen: „Bei mir ist der Laden auch zu, es kauft keiner mehr ein“, witzelte sie. Und mit humorvoll-gesanglichen Einlagen machte die Kabarettistin klar, wie das mit der Erotik im Alltag von Partnern zu verstehen ist: „Er ist über 50, sein Konto ist leer, er über 100 Kilo schwer.“ Aber: „Du bist ein anderer, wenn Du fegst.“ Um dann Reiner und Ingrid in der ersten Reihe spontan mit ins Programm einzubeziehen. Er bekannte: „Ich bügele gern.“

Und dann brachte sie mit der etwas zu langen Nummer als schwäbische Abiturientin „Soraya Kimberley“, die „Medien oder Puff“ machen will und vorher mal zum Sozialeinsatz nach Indien geht, die Gäste zum Lachen. Mit manchen Brachialgeschichten wie etwa der von der sich übergebenden Katze lag Brandl auf der Humorskala aber schon mal ein wenig daneben.

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