Kirche

Meter für Meter

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Rheinberg. Die Evangelische Kirchengemeinde hat eine Spendenaktion für einen Zaun gestartet.

Erst vergangenen Freitag hatte Anke Sczesny, Quartiermanagerin des Hauses der Generationen der Evangelischen Kirchengemeinde an der Grote Gert, den Startschuss zur Spendenaktion gegeben. „Wir wollten zum einjährigen Jubiläum von Café Böhnchen für unser neues Projekt werben.“

Es geht um einen Zaun, der spielende Kleine, die mit Müttern und Vätern auf dem Gelände des Hauses der Generationen tollen, vor der Straße schützt. Dort stand mal eine dichte Hecke. Sie musste weg. Jetzt soll ein Zaun die große Wiese vor dem ehemaligen Evangelischen Gemeindehaus umschließen.

Die Hälfte ist geschafft

„Wir brauchen insgesamt 106 Meter“, so die Quartiermanagerin und Hausleiterin. Die hätten finanziell die Evangelische Kirchengemeinde überfordert. Da kam die pfiffige Idee: Die Aktion „Rheinberger Zaunfreiheit“ als Spendenaktion. Mit großem Erfolg, der selbst die Managerin überraschte. „Wir hatten uns ein Ziel gesteckt. Hofften, dass wir nach der ersten Spendenwoche 50 Paten für ein Stück finden.“ Andere waren skeptischer, glaubten es nicht. Beide staunen. Nach gerade vier Tagen ist genau die Hälfte des Zaun gesichert.

„Einen kleinen Moment, ich bin sofort wieder da“, entschuldigte sich Anke Sczesny zu Beginn des Gesprächs mit der NRZ, eilte kurz vors Seniorenzentrum, war wenige Minuten später strahlend wieder da. „Wieder zwei Meter Zaun verkauft“, lacht sie schon von weitem. Der Steinmetz gegenüber war es, der spontan für zwei Teilstücke Pate wurde. Er war es, der bereits die Hälfte der erwarteten Zahl möglich machte: Zaunstück 58 und 59, machte damit die Hälfte voll.

Auf einer Papptafel sind sie alle zusehen, jeder Meter mit Namen. Begeistert berichtet Sczesny: „Schon vor dem Auftakt zur Aktion war der erste Meter verkauft.“ Ein Aktive aus der Helferrunde des Cafés war spontan. „Der erste Meter ist von mir.“ Wenig später sorgte ein Rheinberger Installateur für die nächste Überraschung. Der Handwerker von der Bahnhofstraße las die Bitte um Zaunpatenschaft in der Zeitung. „Da rief der spontan an, übernahm gleich zehn Zaunmeter.“ Ein Moerser Küchenhaus spendete drei Meter, ein Lintforter Schreiner zwei. Den Vogel schoss eine Rheinberger Familie ab: Sie übernahm gleich zehn Meter. Was dann 350 Euro kostet, denn 35 Meter kostet eine Patenschaft.

Wenn der Zaun steht, wird gefeiert

„Wir sind positiv überrascht“, sagte Szcesny. „Alleine am Jubiläumstag von Café Böhnchen wurden 18 Zaunstücke übernommen.“ Mit im Boot ist auch die Volksbank am Niederrhein. Sie stiftete nicht nur 2000 Euro für den Bau einer Terrasse, sondern erscheint einen Samstag im Rahmen einer Aktion zum Jahr der Genossenschaft mit einem Bankerteam, das Hacke und Schüppe mitbringt und alles in Form bringt. „Als wir im Vorgespräch vom Zaun erzählten, hat die Bank auch noch zwei Stück übernommen.“ Jetzt sind Sczesny und ihr Team sicher: „Wir schaffen auch die fehlenden 57.“ Den Spendern verspricht sie eine Zaunparty, wenn der massive Stahlzaun steht. Dann können Eltern unbeschwert ihre Kinder spielen lassen.

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