Karneval

Mit dem Narrenjet und bunten Kostümen durch Menzelen-Ost

In Menzelen hatten die Zugteilnehmer viel Spaß.

Foto: arfi

In Menzelen hatten die Zugteilnehmer viel Spaß. Foto: arfi

Der Nelkensamstagszug der KVG Hand in Hand ist mehr als ein Geheimtipp

Alpen-Menzelen. Unter Kennern der närrischen Züge am Niederrhein ist der Nelkensamstagszug der KVG Hand in Hand Menzelen längst mehr als ein Geheimtipp. In kaum einem anderen Ort beweisen die Teilnehmer so viel Kreativität wie hier. So haben sich etwa die Mitglieder der IG Karneval Menzelen-Ost Blumenkübel an Hosenträgern umgehangen, aus denen sie als bunte Blütenpracht emporsprießen.

Ein besonderer Hingucker war der Nachbau einer Passagiermaschine der Fluglinie „Hei-Air“. An Bord feierten die Karnevalsfreunde Bönninghardt in schmucken Kapitäns-Uniformen oder als adrette Stewardessen. „Wir haben die Reste von Air Berlin aufgekauft und fliegen damit durch den Karneval“, erklärt Chef-Stewardess Sabine Laschet.

Mit sechs Bollerwagen unterwegs

Das Salz in jeder Umzugs-Suppe sind die fantasievollen Fußgruppen. Eine davon war der Freundeskreis Menzelen, der mit sage und schreibe sechs Bollerwagen schon fast seinen eigenen Narrenzug besaß. Unter dem Motto „Don’t worry, be Hippie“ sorgten sie in bunten Flowerpower-Kostümen für den farblichen Kontrast zum tiefgrauen Himmel.

Dass der Karneval in Menzelen ein Fest für die ganze Familie ist, zeigt sich auch bei den Wagenbauern. „Unsere Kinder haben sich Pippi Langstrumpf als Motto gewünscht. Also haben wir uns die passenden Kostüme genäht“, sagt Bianca Beckmann. Dass Hendrik Murgalla dabei die Rolle des Äffchens „Herr Nilson“ zuteil wurde, nimmt der Menzelener mit Humor: „Immerhin habe ich das wärmste Kostüm, das ist im Straßenkarneval nicht verkehrt.“

Ein Sitzrasenmäher des örtlichen Schützenthrons musste an diesem Tag als kleinste Zugmaschine einspringen. „Eigentlich wollten wir als Fußgruppe gehen, aber dann wurde der Aufbau des Bollerwagens immer größer, bis ihn niemand mehr ziehen konnte“, erzählt König Jürgen Bittner. Die Wahl der fröhlichen Clown-Gewänder lag für Bittner auf der Hand: „Wir haben hier sowieso immer was zu lachen.“ Ebenso logisch erschien es Bernd Ströter und seinen Freunden, ihren Bollerwagen in einen Kampfjet zu verwandeln: „Menzelen ist eben ein absolutes Knallerdorf.“ Bei der Wahl des Mottos kann es hilfreich sein, an das vergangene Jahr anzuknüpfen. So hat es zumindest die Nachbarschaft Am Kulzenhof/Weyerhof gemacht. „Im vorigen Jahr sind wir als Piraten abgesoffen. Jetzt sind wir in der Tiefsee gelandet und ziehen als Oktopusse durch Menzelen“, erläutert Astrid Mattern. Diesen Plan haben sie mit sehr viel Liebe zum Detail umgesetzt. Herrliche Tintenfisch-Kostüme und einer der schönsten Wagen des Zuges dienen als ein Beleg dafür, weshalb auch in diesem Jahr wieder mehr als 5000 Menschen zum Nelkensamstagszug nach Menzelen-Ost gekommen sind.

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