Versandhandel

Prime-Day: Mitarbeiter von Amazon streiken für höhere Löhne

Verdi fordert seit sechs Jahren höhere Löhne und einen Tarifvertrag für die Beschäftigten von Amazon. Zum Aktionstag-Tag „Prime-Day“ wird an sieben Standorten gestreikt.

Verdi fordert seit sechs Jahren höhere Löhne und einen Tarifvertrag für die Beschäftigten von Amazon. Zum Aktionstag-Tag „Prime-Day“ wird an sieben Standorten gestreikt.

Foto: Henning Kaiser / dpa

Rheinberg.  An sieben deutschen Amazon-Standorten wird zum „Prime-Day“ gestreikt, auch in Rheinberg. Am Sonntag sorgte eine Greenpeace-Aktion für Aufsehen.

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Beim Online-Händler Amazon soll an diesem Montag nach Angaben der Gewerkschaft Verdi erneut gestreikt werden. Anlass ist der bis einschließlich Dienstag laufende Aktionstag „Prime-Day“ mit Sonderangeboten für Stammkunden.

Unter dem Motto „Kein Rabatt auf unsere Einkommen“ sollten nach Verdi-Angaben die Mitarbeiter bereits in der Nacht an sieben deutschen Standorten ihre Arbeit ruhen lassen, darunter auch im Logistikzentrum in Rheinberg.

Die Beschäftigten fordern ein Tarifeinkommen wie im Einzel- und Versandhandel sowie die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge.

Verdi kämpft seit sechs Jahren für Tarifvertrag und Lohnerhöhungen

„Die Rabatte an die Kundinnen und Kunden lässt sich Amazon durch Tarifflucht und Niedriglöhne der eigenen Beschäftigten bezahlen – damit muss Schluss sein“, kritisiert Verdi-Handelsexperte Orhan Akman den US-Konzern. Das Geld für höhere Löhne sei vorhanden, allein im ersten Quartal dieses Jahres habe Amazon nach eigenen Angaben weltweit einen Rekordgewinn von rund 3,2 Milliarden Euro erzielt. Verdi kämpft seit mehr als sechs Jahren um einen Tarifvertrag und Lohnerhöhungen. In ganz Deutschland hat Amazon zwölf Warenlager an elf Logistikstandorten und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 13.000 Angestellte.

Ein Amazon-Sprecher hingegen erklärte am Morgen, nur sehr wenige Mitarbeiter hätten sich am Streikaufruf beteiligt. Der operative Betrieb laufe ohne Einschränkungen. Bereits am Sonntag hatte der Sprecher versichert, dass die Kundenbestellungen rechtzeitig bearbeitet werden, „wie an jedem anderen Tag“. Amazon zahle in seinen deutschen Logistikzentren Löhne am oberen Ende dessen, was sonst für vergleichbare Tätigkeiten gezahlt werde. In Leipzig beginne es mit mindestens 10,78 Euro die Stunde, nach zwei Jahren liege der Schnitt inklusive Boni und Sonderzahlungen bei monatlich 2275 Euro brutto.

Greenpeace protestierte am Sonntagabend gegen Vernichtung von Online-Retouren

Der Versandhändler gerät auch an anderer Stelle unter Druck: Am Sonntagabend hatten Greenpeace-Aktivisten am Amazon-Standort in Winsen (Landkreis Harburg) gegen die Vernichtung von Online-Retouren protestiert: Sie rollten ein 27 Meter langes Transparent mit der Botschaft „Für die Tonne“ aus.

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