Entsorgung

Mülltourismus nach Kamp-Lintfort ärgert die SPD Rheinberg

Sperrmüll und Grünschnitt muss demnächst zum Abfallentsorgungszentrum nach Kamp-Lintfort gefahren werden.

Sperrmüll und Grünschnitt muss demnächst zum Abfallentsorgungszentrum nach Kamp-Lintfort gefahren werden.

Foto: www.blossey.eu

Rheinberg.   Sie hätte vor dem Beschluss darüber, Grünschnitt und Sperrmüll nach Kamp-Lintfort zu bringen, wenigstens eine Klärung der Bezahlung erwartet.

Klar: Mit Niederlagen kann man nicht wirklich zufrieden sein. Und so nimmt es auch nicht wunder, dass die SPD mit dem Abstimmungsergebnis beim Tagesordnungspunkt „Annahme von Sperrmüll und Grünschnitt beim DLB“ in der vorigen Sitzung des Ausschusses für den Dienstleistungsbetrieb ein bisschen hadert. Denn gegen die fünf Stimmen der sozialdemokratischen Vertreter wurde beschlossen, dass auf dem Betriebshof des DLB an der Bahnhofstraße diese beiden Abfallarten probeweise nicht mehr angenommen, sondern zum Abfallentsorgungszentrum (AEZ) des Kreises in die Nachbarstadt Kamp-Lintfort gebracht werden sollen.

Die teilweise chaotischen Zustände an den Samstagen mit Grünschnitt- und Sperrmüllannahme nicht nur auf dem DLB-Gelände, sondern auch auf der Bahnhofstraße hatten die für den DLB in der Stadtverwaltung zuständige Dezernentin Rosemarie Kaltenbach bewogen, die Reißleine zu ziehen. Nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter sei teilweise gefährdet, es hätten sich auch unter Sperrmüll oder Grünschnitt versteckte Sachen gefunden, die auf dem DLB-Gelände gar nicht gelagert dürfen – zum Beispiel Explosivstoffe, wie sie in Gurtstraffern oder Airbags von Autositzen eingebaut sind.

Der SPD-Vorsitzende Peter Tullius ärgerte sich beim Redaktionsbesuch auch über die Kosten, die bei der Entsorgung im AEZ anfallen. „Sperrmüll kostet dort pro Kofferraum zwölf Euro, wenn der Rücksitz umgeklappt ist, 24 Euro. Für Grünschnitt muss man fünf beziehungsweise zehn Euro bezahlen. Beim DLB ist das kostenlos.“

Das ist so nicht ganz korrekt – für Grünschnitt muss man beim DLB drei Euro bezahlen. Aber „wir als SPD hätten vor einem Beschluss erst eine Klärung erwartet, zu welchen Konditionen man diesen Abfall beim AEZ abgeben kann“, so Tullius. Gedanken macht er sich auch um die Menschen, die nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad zum DLB kämen. „Diese Dienstleistung kann man denen nicht in Kamp-Lintfort anbieten.“ Und die chaotischen Zustände herrschten auch nicht den ganzen Tag über, sondern nur ganz zu Anfang der Annahme. „Ab 11 Uhr ist dann alles ganz entspannt!“

Nichts in Stein gemeißelt

Aber es ist ja nichts in Stein gemeißelt. Auch wenn der vom Ausschuss mehrheitlich gefasste Beschluss keine zeitliche Begrenzung der Entsorgung beim AEZ enthält. Es stehen ja noch Verhandlungen an, zum Beispiel darüber, zu welchen finanziellen Konditionen die Rheinberger in der Nachbarstadt Grünschnitt und Sperrmüll abgeben können. Und mit Hilfe der Abfallgebührensatzung, die in aller Regel jedes Jahr aufs Neue beschlossen wird, kann man ja den Abgabeort für die beiden Müllarten anders regeln.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben