Soziales

Nachbarschaftsberatung für Alpen und Co meldet erste Erfolge

Rathaus, Leader, Nachbarschaftsberatung: vl. Gabi van Royen (SON), Andreas Czindej (RHB), Sonja Böhm (ALP) und Manuel ter Bekke.

Rathaus, Leader, Nachbarschaftsberatung: vl. Gabi van Royen (SON), Andreas Czindej (RHB), Sonja Böhm (ALP) und Manuel ter Bekke.

Foto: Ostermann

Alpen.  Die ehrenamtlichen Kümmerer zogen bei einem Frühstück in Alpen Bilanz. Der Anfang konnte schon recht positiv gestaltet werden.

Als vor einem Jahr das Leader-Projekt Nachbarschaftsberatung an den Start ging, war das ein Aufbruch ins Ungewisse. Jetzt trafen sich rund 40 ehrenamtliche Nachbarschaftsberater aus Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten zum Frühstück im Alpener Ratssaal. „Wir haben bewusst ein niederschwelliges Angebot geschaffen“, sagt Beate Pauls vom Lader-Regionalmanagement in Sonsbeck.

Die geschulten Ehrenamtlichen im Netzwerk verstehen sich als Lotsen, die in der Nachbarschaft helfen, wo Hilfe benötigt wird. Beispielsweise bei alleinerziehenden oder aber bei älteren, meist allein lebenden, Menschen. „Heute brechen Familienstrukturen oft weg, so dass Menschen ohne familiäre Ansprache sind. Die Teilhabe fehlt“, beschreibt Pauls das Lage. Es gehe weder um Einkäufe für noch um Spaziergänge mit dem Nachbarn. „Wir stehen auch nicht in Konkurrenz zu Pflegediensten oder sonstigen Dienstanbietern“, betont Pauls.

Vielmehr gehe es darum, die Spirale der drohenden Vereinsamung durch einen Besuch zu durchbrechen. „Bei einer Tasse Kaffee oder Tee lässt sich vieles problemlos besprechen, beispielsweise wenn es um amtliche Schreiben mit Fristen geht“, erklärt Pauls. Auch Angehörige nutzen das Angebot, beispielsweise bei der Suche nach Anlaufstellen in der Pflegeberatung, damit selbstbestimmtes Leben lange möglich ist.

Die Motivation der ehrenamtlichen Kümmerer ist unterschiedlich. Die Xantenerin Maria Kerkmann möchte im Ruhestand „einfach etwas an andere zurückgeben“, wie sie sagt. Für Irene Wessel aus Hamminkeln ist es der Austausch über Alltäglichkeiten, der für Lebensqualität sorgt: „Wir müssen mehr reden“, betont sie.

Die Alpener Koordinatorin Sonja Böhm ist mit der Entwicklung des Netzwerkes zufrieden und will weitere Potenziale aktivieren. Auch der Karneval biete dafür Möglichkeiten. „Wir ziehen als Fußgruppe in Menzelen mit und verteilen Flyer, um uns bekannter zu machen“, erzählt Böhm. Es hätten sich aus der Arbeit Dinge entwickelt. Ehrenamtlerin Silvia Heinzel stellte beim Besuch eines Ehepaares beispielsweise fest, „dass die Frauen gerne handarbeiten“, so Böhm. Daraus entwickelte sich der offene Handarbeitstreff im Amalien-Café an jedem zweiten und dritten Donnerstag im Monat. Ähnlich entstanden ist das Treffen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

Auch junge Leute engagieren sich. Lukas Klümpe (19) sagt: „Menschen zu helfen, macht mir Spaß.“ Alexander Böhm (19) und Sebastian Mandt (20) helfen beim Umgang mit dem Smartphone. „Da haben viele Ältere noch Angst. Wenn dann alles klappt, ist das ein tolles Gefühl“, lautet ihre Erfahrung.

Kontakt: Sonja Böhm ist mobil unter der Rufnummer 0151 678 250 54 erreichbar.

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