Stadtentwicklung

Neue Ideen für die Nutzung der Orsoyer Krankenhaus-Areals

Das ehemalige Schwesternwohnheim des früheren St.-Marienhospitals in Orsoy dient aktuell als zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes für Flüchtlinge.

Das ehemalige Schwesternwohnheim des früheren St.-Marienhospitals in Orsoy dient aktuell als zentrale Unterbringungseinrichtung des Landes für Flüchtlinge.

Foto: Wolfgang Krause / NRZ

Rheinberg.  Rheinberger Politik berät über Vorschläge für das Areal des früheren Krankenhauses in Orsoy. Idee: Eigentumswohnungen und kostengünstiges Wohnen.

Die Pläne, die Architekt Jörg Faltin jetzt im Bau- und Planungsausschuss vorgestellt hat, klangen vielversprechend: Eigentumswohnungen und kostengünstiges Wohnen könnten einmal auf dem Gelände des ehemaligen St.-Marien-Hospitals in Orsoy entstehen und die historischen Wallanlagen durch bauliche Veränderungen noch mehr zur Geltung kommen.

Das alles ist zunächst aber reine Zukunftsmusik. Bis 2025 wird das ehemalige Krankenhaus weiterhin vom Land NRW als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge genutzt. In Abstimmung mit der Stadt hat der Eigentümer der Immobilie, das Unternehmen IPG von Jörg Richard Lemberg, in den letzten zwölf Monaten aber schon erste Untersuchungen für eine Nachnutzung gemacht. Planer und Architekt Jörg Faltin hatte diese Ideen nun im Bauausschuss präsentiert. Er bezeichnete das Areal als „ein stadträumlich und stadtgeschichtlich hoch interessantes Projektgrundstück“. „

Lage des Schwesternwohnheimes ist toll“

„Die Lage des Schwesternwohnheims ist toll. Eine Umnutzung war im Gespräch aber während unserer Machbarkeitsstudie wurden wir eines Besseren belehrt“, erklärte er. Denn die Substanz des Gebäudes sei aus funktionaler, energetischer und bautechnischer Sicht nicht erhaltenswert. Die damit verbundene „Krankenhaus-Nutzung“ oder zumindest eine verwandte Nutzung sei nach näherer Untersuchung nicht zukunftsfähig.

Die Attraktivität des Projektgrundstücks eigne sich aber für „Wohnen in vielen Facetten“, so Faltin. Neben Wohnungen könnte sich das Planungsbüro in der Tradition der ehemaligen Nutzung eine Einrichtung für ältere Menschen zur Wiederherstellung der Selbstständigkeit und der Vermeidung von Pflegebedürftigkeit vorstellen und eine Tagespflege mit Gästehaus errichten. Der Abriss des Schwesternwohnheims ergebe die einmalige Chance des „Freimachens“ der Wall-Vorzone. Der Erhalt der älteren Baumbestände ist dabei Teil der neuen Perspektive.

Naherholung und Nahversorgung

Der Kindergarten liegt ebenfalls in der sensiblen und erkennbaren Wallzone. „Eventuell kann durch eine Veränderung des zur Kita gehörenden Freiraums eine wieder erlebbare Situation hergestellt werden“, erläuterte Faltin. Nach Meinung der Gutachter habe das Gelände großes Potenzial für das „alte“ und „neue“ Orsoy – insbesondere für ein zeitgemäßes Wohnangebot für vielschichtige Zielgruppen. Die Naherholung und Nahversorgung mit nahezu allen lebensnotwendigen Angeboten Orsoys und einer Bushaltestelle „vor der Tür“ böten besondere Chancen. Ein kleiner Kritikpunkt kam von Heinz Engelke (CDU): „Wir würden statt der Tagespflege mit Gästehaus ein Mehrgenerationenprojekt favorisieren.“

Hans Peter Götzen (FDP) begrüßte die frühzeitigen Planungen des Eigentümers. „So entsteht ein komplett neues Stadtviertel. Das wäre das ‚Filet-Stück‘ in Orsoy.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben