Neubau

Neues Pfarrheim in Menzelen-Ost rückt Kirche ins Blickfeld

Zufrieden mit dem Baufortschritt (v. l.): Richard Kerkhoff und Angela Kolodzy vom Kirchenvorstand, Pfarrer Heshe und Architekt Holger Hölsken.

Foto: Olaf Ostermann

Zufrieden mit dem Baufortschritt (v. l.): Richard Kerkhoff und Angela Kolodzy vom Kirchenvorstand, Pfarrer Heshe und Architekt Holger Hölsken. Foto: Olaf Ostermann

Alpen-Menzelen.   Das neue Pfarrheim im Alpener Ortsteil Menzelen-Ost wird erst Ende Februar bezugsfertig. Glasfronten lassen jede Menge Tageslicht in Haus.

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Das neue Pfarrheim in Menzelen-Ost liegt zwar gut sechs Wochen hinter dem Zeitplan zurück und wird nicht, wie ursprünglich mal vorgesehen, in diesem Jahr bezugsfertig. Aber es ist rechtzeitig vor einem möglichen Wintereinbruch dicht, so dass die Innenausbauer störungsfrei arbeiten können. Die Stimmung auf der Baustelle jedenfalls ist gut, nachdem der Abriss des alten Hauses zu Jahresbeginn von Misstönen begleitet war. „Inzwischen freuen sich alle darauf, endlich ins neue Haus einzuziehen“, sagt Dietmar Heshe, als Leitender Pfarrer von St. Ulrich verantwortlicher Bauherr. „Sobald die Gemeinde die Räume nutzen kann, stellt sich die Begeisterung ein.“ Ende Februar soll’s so weit sein.

Jauchekeller sorgte für Überraschung

Gleich zu Beginn gab’s eine unliebsame Überraschung. Unterm abgerissenen Altbau trat das Fundament eines Jauchekellers zutage, das mühsam beseitigt werden musste. Für Architekt Holger Hölsken unerwartet, für Kirchenvorstand Richard Kerkhoff ein vergessenes, doch bekanntes Relikt aus der Zeit, als Ordensschwestern darüber einen Kindergarten leiteten, den er damals besucht hat.

Der mit gut einer Million Euro kalkulierte, zweigeschossige Neubau, so einer der Grundgedanken des im Kirchenbau erfahrenen Architekten, sollte auf keinen Fall „historisierend“ ausfallen – mit dunklem Brandziegel und Walmdach, wie’s sich nicht wenige gewünscht hatten. „Es ist ein heutiges, modernes Gebäude“, so Hölsken. Dieses Selbstverständnis wird sichtbar. Zugleich wurde Wert darauf gelegt, dass eine Beziehung hergestellt wird zur Kirche St. Walburgis und dem denkmalgeschützten Torbogenhaus. Das geschieht im Innern – eine Wand der kleinen, „aber feinen“ Bücherei zeigt unverputztes altes Mauerwerk. Beim äußeren Erscheinungsbild greift der sandfarbene Backstein den hellen Ton der Kirchenfassade und in Einmischungen auch den dunklen des Torbogens auf. „Das Alte ist uns wichtig“, bekräftigt Hölsken. Ziel ist eine überzeugende Symbiose von Alt und Neu.

Keine Bühne im Pfarrsaal

Noch ein zentrales Anliegen ist erfüllt. Der Neubau – schlicht und zurückhaltend in Form und Struktur – schließt zwar den Innenhof weiterhin ab, rückt aber die Kirche unzweifelhaft ins Blickfeld. Großzüge Glasflächen zum zwei Geschosse hohen Eingangsfoyer und im gut 120 m2 großen, fast quadratischen und somit sehr nutzwertigen Pfarrsaal lassen nicht nur sehr viel Licht ins Haus. Sie geben auch die Blickachse frei aufs Gotteshaus. Das gefällt dem Pastor: „Wirklich gelungen.“

Heshe erläutert noch mal, dass eine von den KAB-Laienspielern geforderte Bühne die Nutzung des Pfarrsaals erheblich eingeschränkt hätte. So sind alle froh, dass die KAB ihre Stücke künftig wieder im Adlersaal aufführen wird. Schön sei auch, dass sich die mehr als vier Meter hohe Glasfront des Saals zum Hof öffnen lässt und so ganz neue, schöne Möglichkeiten schafft. Spezielle Decken sorgen für angenehme Akustik.

Mobiliar aussuchen

Die Verantwortlichen sind dabei, das Mobiliar auszusuchen. Ob Chic Maßgabe sein kann, scheint nicht ganz sicher. „Chic kostet“, sagt Hölsken, der aus Menzelen kommt. Geschmack und Kostenbewusstsein liegen im Widerstreit. Wie bei ganz normalen Bauherren. Es wird vermutlich auf einen Kompromiss hinauslaufen. Was steht, lässt erwarten, dass es am Ende überzeugt. Ob die Kirchengemeinde mit dem Geld hinkommt, werde man sehen, sagt der Pastor: „Wir sind bemüht, im gesteckten Rahmen zu bleiben.“

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