Soziales

Neues Portal in Rheinberg: Hilfe suchen, Hilfe finden

Sie bleiben auf Abstand, ziehen aber an einem Strang (v.l.): Andreas Cziudej, Karin Becker,  Werner Koschinski, Jonas Kroll und Jannik Welger.

Sie bleiben auf Abstand, ziehen aber an einem Strang (v.l.): Andreas Cziudej, Karin Becker,  Werner Koschinski, Jonas Kroll und Jannik Welger.

Foto: Fischer, Armin ( arfi ) / Fischer, Armin (arfi )

Jannik Welger aus Budberg hatte die Idee, nun geht die Initiative als Nachbarschaftshilfe online – über dieSeite www.rheinberg-hilft.de

Rheinberg. Am Dienstag geht es los, dann geht das Hilfeportal www.rheinberg-hilft.de ans Netz. Und von Mittwoch, 25. März, an ist es auch telefonisch erreichbar. Es geht dabei um das Corona-Virus. Oder besser gesagt um das, was Corona bewirkt hat. Das Portal will dazu beitragen, Menschen, die Hilfe benötigen, mit Menschen zusammenzubringen, die gerne helfen wollen. Das alles passiert ehrenamtlich und auf seriöse Vermittlung. Initiatoren sind die Caritaskonferenz St. Anna in Kooperation mit der Stadt Rheinberg, der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und der Nachbarschaftshilfe des Leader-Projekts.

Aufs Experiment eingelassen

Die Idee hatte Jannik Welger. Der 18-jährige Budberger leistet ein freiwilliges soziales Jahr (fsJ) im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf. „Ich wollte ein Hilfsportal im Internet schaffen und habe mich mit dieser Idee an Werner Koschinski gewandt“, erzählt er. Der Pastoralreferent der Kirchengemeinde St. Peter sagte seine Unterstützung zu, klärte einige rechtliche Aspekte und ließ sich auf das Experiment ein.

Voller Lob ist Koschinski für das Engagement von Jannick Welger und Markus Strauß. Strauß ist ein ehrenamtlicher Mitarbeiter aus der Gemeinde, der unter anderem bei den Pfadfindern aktiv ist und ein IT-Experte ist. Er richtete schnell die Seite www.rheinberg-hilft.de ein, über die die Vermittlung nun möglich ist. Telefonisch können sich Hilfesuchende und Helfer ab sofort mittwochs, donnerstags und freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr unter der Nummer 02843 6603 melden. Dann ist Jonas Kroll am Apparat, der in der Pfarrgemeinde ein freiwilliges soziales Jahr leistet. Mit im Boot sind auch Karin Becker, bei der Stadt Rheinberg Gleichstellungsbeauftragte und Ehrenamtskoordinatorin, und Andreas Cziudej, der Rheinberger Nachbarschaftskoordinator des Leader-Projekts.

Datenschutz wahren

Im Rahmen der „Nachbarschaftshilfe“ können sich nun Menschen melden. Es wird nach Ortsteilen und Tätigkeitsgebieten sortiert und vermittelt. „Hintergrund ist, dass wir aktuell die beiden Problemlagen haben, dass einerseits Menschen mit einem Risikopotenzial ganz besonders den Kontakt mit anderen meiden sollen, also auf Hilfe angewiesen sind, und andererseits sind da Menschen, die Zeit haben und helfen können und möchten“, sagt Werner Koschinski.

Ausschlusskriterien gibt es formal nicht, aber im Hintergrund überprüfen die Initiatoren schon, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Jannik Welger: „Wir haben auch darauf geachtet, dass der Datenschutz gewahrt ist.“ So gibt man auf der Internetseite zunächst nur seinen Vornamen und den Rheinberger Ortsteil an, in dem man zu Hause ist. Koschinski: „Wir vermitteln dann.“ Im günstigsten Fall sieht das so aus, dass jemand aus Budberg, der vielleicht zur Risikogruppe gehört, eine Einkaufshilfe sucht, in Kontakt kommt mit einem Budberger oder einer Budbergerin, der Zeit und Lust hat, diese Aufgabe zu übernehmen. Koschinksi: „Alles Weitere machen die beiden Partner dann untereinander aus.“ Ehrenamtlich und nachbarschaftlich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben